Laopu Gold steigert Umsatz und Gewinn rasant, doch sinkende Margen und Nachahmer stellen die Luxusstrategie zunehmend infrage.
Laopu Gold hat sich in wenigen Jahren zu einem der auffälligsten Player im chinesischen Luxusmarkt entwickelt. 2024 kletterte der Umsatz um 167 Prozent auf 8,5 Mrd. Rmb, während der Nettogewinn um 253 Prozent auf 1,4 Mrd. Rmb stieg. Im ersten Halbjahr 2025 meldete das Unternehmen bereits 12 Mrd. Rmb Umsatz und 2,2 Mrd. Rmb Gewinn. Seit dem Börsengang im Juni 2024 hat sich die Aktie mehr als ver-14-facht.
Mit seinem Konzept trifft die Marke den Zeitgeist: Laopu setzt auf guochao, den „national wave“, und verbindet chinesische Kulturcodes mit internationaler Luxus-Ästhetik. Anders als traditionelle Anbieter wie Chow Tai Fook oder Lao Feng Xiang will die Marke nicht nur Hochzeits- und Festschmuck verkaufen, sondern alltagstaugliche Designs mit kultureller Tiefe. Ein einfaches Band kostet gut 5.000 Rmb, filigrane Anhänger wie das beliebte Drachen-und-Phönix-Motiv mehr als 85.000 Rmb.
Die Strategie zeigt Wirkung: Auf Xiaohongshu („RedNote“) reißen sich Key Opinion Leader und Konsumenten um die Kollektionen. „Niemand verlässt Laopu mit leeren Händen“, lautet ein oft zitierter Post. Das Unternehmen verzichtet bewusst auf Massenmarketing wie Livestreams und setzt stattdessen auf kuratierte Inhalte, um Exklusivität zu wahren. Auch die Expansion folgt einem Luxuspfad – mit Boutiquen in Pekings SKP Mall, Shanghais Plaza 66 und seit Juni in Singapurs Marina Bay Sands.
Internationale Analysten beobachten die Entwicklung aufmerksam. HSBC-Experte Erwan Rambourg spricht von einer „Hybridposition zwischen lokalem Kulturerbe und internationalem Luxusdesign“. Selbst Richemont-Chef Nicolas Bos, dessen Konzern in China zuletzt Absatzrückgänge verzeichnete, lobte Laopu als „fantastisches Beispiel für eine neue, kulturell tief verwurzelte Luxusmarke“.
Doch die Euphorie ist nicht ungetrübt. In sozialen Netzwerken mehren sich kritische Stimmen zu den Margen, die mit 41 Prozent deutlich unter westlichen Luxusstandards liegen. Beraterin Veronica Wang sieht bereits erste Anzeichen einer Abkühlung: „Rabatte, kürzere Schlangen und eine wachsende Zahl günstiger Nachahmerprodukte setzen die Marke unter Druck.“




