Klarna erzielt dank starker US-Expansion wieder Quartalsgewinn, doch steigende Kreditverluste und Börsenvorbereitung bleiben Herausforderungen.
Der schwedische Konsumentenkredit-Anbieter Klarna hat im dritten Quartal erstmals wieder einen Nettogewinn von 216 Millionen schwedischen Kronen (rund 20 Millionen US-Dollar) ausgewiesen. Der Erfolg wird vor allem auf die Expansion in den USA zurückgeführt, die höhere Zahlungsvolumina generierte, jedoch auch die Kreditverluste in die Höhe trieb.
Von Januar bis September stieg der Umsatz von Klarna im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 20 Milliarden schwedische Kronen. Treibende Kraft hinter diesem Wachstum war der US-Markt, wo Klarna neue Partnerschaften einging, darunter eine Kooperation mit Apple Pay. Gleichzeitig erhöhten sich die Konsumentenkreditverluste im gleichen Zeitraum um 44 Prozent auf 3,5 Milliarden schwedische Kronen. Die Verlustquote stieg von 0,36 auf 0,44 Prozent.
Um die Rentabilität zu steigern, reduzierte Klarna die Betriebskosten in den ersten neun Monaten des Jahres auf 9,7 Milliarden schwedische Kronen. Einsparungen gab es vor allem in den Bereichen Vertrieb und Marketing (-16 Prozent) sowie Kundendienst (-14 Prozent). CEO Sebastian Siemiatkowski betonte zudem den Einsatz von künstlicher Intelligenz, die es Klarna ermöglichen soll, die Belegschaft nahezu zu halbieren. Die jüngsten Geschäftszahlen präsentierte Siemiatkowski über ein KI-generiertes Avatar seiner selbst.
Nach mehreren verlustreichen Jahren, in denen Klarna stark in die US-Expansion investierte, gilt die Rückkehr in die Gewinnzone als wichtiger Meilenstein. Das Unternehmen, das bis 2019 regelmäßig profitabel war, steht unter Druck von Investoren, die auf eine nachhaltige Rentabilität vor dem geplanten Börsengang in den USA drängen. Dieser wird für das kommende Jahr erwartet, mit einer angestrebten Bewertung von mehr als 15 Milliarden US-Dollar.



