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Iran signalisiert Deeskalation: Ölpreise fallen, US-Aktien steigen

Quelle: eulerpool

Iran signalisiert Deeskalation, Öl fällt, US-Aktien steigen – Zinssenkungserwartungen stützen die Märkte zusätzlich.

Die Wall Street reagierte am Montag mit Kursgewinnen auf den iranischen Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt in Katar – ein Signal, dass die Märkte den Vorfall als kontrolliert und symbolisch einstufen. Der S&P 500 legte um rund 1 % zu, während West Texas Intermediate (WTI) unter die Marke von 70 US-Dollar rutschte. Der Dollar gab nach, ebenso die Anleiherenditen.

Anleger werteten die iranische Antwort auf die US-Angriffe vom Wochenende als begrenztes Signal ohne Eskalationspotenzial. Katar bestätigte, dass die Raketen abgefangen wurden und keine Opfer zu beklagen sind. Damit rückten Inflationssorgen kurzfristig in den Hintergrund – die Märkte erhöhten ihre Wetten auf baldige Zinssenkungen.

Michelle Bowman, Mitglied des Federal Reserve Board, sprach sich offen für eine erste Zinssenkung im Juli aus. Ihre Aussagen folgen einer Reihe ähnlich gelagerter Stellungnahmen aus der Notenbankspitze. Marktteilnehmer rechnen nun verstärkt mit zwei Zinsschritten nach unten noch im laufenden Jahr.

Die Reaktion Teherans fiel unter den Erwartungen der Märkte aus – bewusst, sagen Beobachter. „Iran wollte Stärke zeigen, ohne den Konflikt mit den USA auszuweiten“, so Krishna Guha von Evercore. Der Schritt sei „gescriptet“, ergänzte Jacob Funk Kirkegaard von 22V Research – ein Mittel zur Gesichtswahrung ohne reale Eskalation.

Die physische Angebotslage bleibt stabil. Weder aus dem Persischen Golf noch über die Straße von Hormus – durch die rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert wird – wurden Störungen gemeldet. Laut Schiffsbeobachtungen steigt das iranische Exportvolumen sogar seit Beginn der israelischen Luftangriffe.

Die Ölpreise reagierten entsprechend nervös, bewegten sich im Tagesverlauf jedoch in beide Richtungen: Erst ein Plus von 6 %, dann ein Minus von über 7 % – Ausdruck extremer Sensibilität gegenüber geopolitischen Signalen. „Der Markt hat realisiert, dass Iran auf die Straße von Hormus selbst angewiesen ist“, sagte Elias Haddad von Brown Brothers Harriman. Zudem unterhalten die USA und ihre Verbündeten eine starke Marinepräsenz in der Region – ein klares Gegengewicht zu möglichen Blockadefantasien.

US-Anleger bleiben dennoch wachsam. Zwar dominierten geopolitische Schlagzeilen zuletzt die Nachrichtenlage, doch laut Morgan Stanley sind durch Konflikte ausgelöste Korrekturen historisch meist kurzlebig. Der S&P 500 habe sich in vergleichbaren Szenarien binnen eines Jahres im Schnitt um 9 % erholt.

Im Fokus bleibt nun die US-Geldpolitik. Fed-Chef Jerome Powell wird sich in dieser Woche zweimal gegenüber dem Kongress äußern – eine Gelegenheit, die Haltung der Notenbank zur Zinspolitik zu konkretisieren. Trumps Forderungen nach raschen Zinssenkungen stehen dabei weiter im Raum, werden jedoch bisher ignoriert.