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Gerichtsurteil bedroht Reisebüros: Online-Plattformen im Vorteil

  • Gerichtsurteil könnte das Geschäftsmodell von Reisebüros gefährden.
  • Online-Plattformen könnten durch Wegfall der Preisbindung profitieren.

Ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf stellt die Preisbindung für Pauschalreisen infrage. Dies könnte das Geschäftsmodell von rund 10.000 Reisebüros in Deutschland gefährden und Online-Plattformen stärken.

Der Fall begann mit einer Klage von Aida gegen S-Markt & Mehrwert. Das Gericht entschied, dass das Verbot der Weitergabe von Provisionen gegen das Wettbewerbsrecht verstößt.

Fast alle deutschen Reiseveranstalter nutzen Preisbindung, um Preisparität zu gewährleisten. Doch das Gericht akzeptierte dieses Argument nicht, was weitreichende Folgen haben könnte.

Reisebüros erzielen Umsätze auf dem Niveau von 2005, doch viele arbeiten mit knappen Margen. Über 80 Prozent der 10.704 Reisevermittler sind kleine Unternehmen, die durch echten Preiswettbewerb unter Druck geraten könnten.

Onlineportale wie Check24 und Holidaycheck könnten ohne Preisbindung mit Rabatten agieren. Dies erinnert an die Abschaffung der „Preisbindung der dritten Hand“ 1974, die kleine Läden verdrängte.

Branchenvertreter sind skeptisch, ob die Struktur der Reisebüros zu retten ist. Sollte das Oberlandesgericht das Urteil bestätigen, droht ein Strukturbruch.

Auch Franchise-Systeme könnten das stationäre Reisebüro nicht retten. Der Druck kommt nicht nur vom Rechtssystem, sondern auch von einem veränderten, digitalen und preissensiblen Kundenverhalten.

Quelle: Eulerpool Research Systems