Die Idee einer staatlich geförderten Kinderanlage ist revolutionär – doch erst die Umsetzung entscheidet, ob die „Frühstart-Rente“ mehr ist als ein gut gemeintes Wahlversprechen.
Die Bundesregierung will Kinder frühzeitig ans Investieren heranführen – und schenkt ab 2026 jedem schulpflichtigen Kind zwischen 6 und 17 Jahren ein staatlich gefördertes Depot. Ziel: Kapitalaufbau von klein auf und mehr Finanzbildung.
Das Prinzip ist einfach: Der Staat zahlt 10 Euro pro Monat auf das Depot ein, ohne dass Eltern aktiv werden müssen. Die Erträge bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei, eine vorzeitige Auszahlung ist nicht erlaubt. Laut Koalitionsvertrag soll damit ein „Systemwechsel in der Altersvorsorge“ eingeleitet werden – weg vom Umlageprinzip, hin zu mehr Kapitaldeckung und Eigenverantwortung.
Klingt nach wenig, kann aber viel werden:
Wer die 10 Euro über 12 Jahre erhält, kommt bei 6 % Rendite auf rund 2.100 Euro zum 18. Geburtstag. Bleibt das Geld unangetastet, wächst es bis zur Rente auf etwa 39.000 Euro an. Zahlt das Kind ab 18 selbst weiter 10 Euro im Monat ein, könnten laut Experten sogar über 80.000 Euro zusammenkommen – dank Zinseszinseffekt.
Noch ist unklar, wer die Depots verwaltet, wie das Geld investiert wird und welche Kostenstrukturen gelten. Experten wie RWI-Präsident Christoph M. Schmidt warnen vor zu großer Bürokratie und trügerischer Sicherheit: Ohne Eigeninitiative könne der Lerneffekt verpuffen. Zudem könnten Jugendliche mit unterbrochenem Bildungsweg von der Förderung ausgeschlossen sein.



