Die Friedensgespräche zwischen den USA und der Ukraine kommen offenbar voran – und Donald Trump zeigt sich ungewöhnlich optimistisch. Während über den umstrittenen 28-Punkte-Plan weiter verhandelt wird, reagieren die Märkte unmittelbar. Vor allem Rheinmetall, RENK und HENSOLDT legen spürbar zu.
Nach Angaben des Weißen Hauses verliefen die jüngsten Verhandlungen zwischen Trumps nationalem Sicherheitsteam und der ukrainischen Delegation konstruktiv. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, es gebe nur noch einige wenige Punkte, bei denen keine Einigung erreicht sei – insgesamt zeige sich der Präsident aber zuversichtlich, dass ein Durchbruch möglich ist.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass Trumps ursprünglich sehr weitreichender 28-Punkte-Plan überarbeitet wurde. Der Entwurf sei nun deutlich reduziert, viele kritische Forderungen gebe es in der Form nicht mehr. Selenskyj kündigte an, persönlich mit Trump über die neuen Elemente sprechen zu wollen.
Trotz Optimismus äußert das Weiße Haus auch deutliche Frustration. Trump habe zwar die staatliche US-Finanzierung des Ukraine-Krieges eingestellt, die USA lieferten jedoch weiterhin umfangreiche Waffen – teils auch im Verkauf. Laut Leavitt wolle der Präsident diesen Zustand beenden: Eine dauerhafte Unterstützung sei nicht tragbar.
Der erste 28-Punkte-Vorschlag Trumps galt vielen westlichen Diplomaten als zu russlandfreundlich. Forderungen nach Gebietsabtretungen, Truppenbegrenzungen oder einem Verzicht der NATO auf Erweiterungen stießen in Europa und Kiew auf breite Ablehnung. Laut ukrainischer Delegation gibt es diese Version inzwischen nicht mehr.
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte nach ersten gemeinsamen Gesprächen zwischen USA, Ukraine und EU-Staaten, ein schneller Frieden sei unrealistisch. Bei einem Sondergipfel in Luanda erklärte er, der Konflikt lasse sich nicht „über Nacht“ lösen, auch wenn die Gesprächsdynamik derzeit besser sei als in den vergangenen Monaten.
Trotz möglicher Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands reagierten die deutschen Rüstungsaktien am Dienstag mit Kursgewinnen. Am Vormittag zeigten sich:
Die Bewegung überrascht auf den ersten Blick – doch Investoren rechnen offenbar damit, dass ein möglicher Friedensprozess eher schrittweise verläuft und der Bedarf an militärischer Ausrüstung weiterhin hoch bleibt. Zudem profitieren die Unternehmen von bestehendem Auftragsbestand, langfristigen NATO-Planungen und laufenden Modernisierungsprogrammen – unabhängig vom Tempo der Verhandlungen.




