Die Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine über einen möglichen Friedensplan nehmen Fahrt auf – und Washington zeigt sich überraschend flexibel bei den Fristen. In Genf wurde ein überarbeiteter Entwurf präsentiert, der Kiew deutlich mehr Sicherheitsgarantien bieten soll. Die Gespräche gelten als so weit fortgeschritten wie nie zuvor.
US-Außenminister Marco Rubio hat in Genf deutlich gemacht, dass Washington der Ukraine mehr Zeit für die Bewertung des amerikanischen Friedensvorschlags einräumt. Zwar hoffe er weiter auf einen schnellen Durchbruch, doch angesichts der Tragödie an der Front sei der exakte Tag zweitrangig. Entscheidend sei, „dass wir zeitnah vorankommen“, erklärte Rubio nach intensiven Gesprächen mit ukrainischen Vertretern und europäischen Partnern.
Kurz nach den Beratungen veröffentlichte das Weiße Haus eine eigene Stellungnahme. Darin heißt es, dass die neue Version des 28-Punkte-Plans zusätzliche Sicherheitszusagen für Kiew enthalte. Die ukrainische Delegation habe signalisiert, dass der neu formulierte Entwurf ihre nationalen Interessen weitgehend aufgreife.
Die Anpassungen sollen vor allem die militärische Unterstützung, die Absicherung der Energie- und Transportinfrastruktur sowie langfristige Garantien für die territoriale Integrität umfassen.
In den Gesprächen in Genf wurde nach Angaben beider Seiten eine verbesserte Arbeitsgrundlage erarbeitet. Die Delegationen aus Washington und Kiew hätten „substanzielle Fortschritte“ erzielt und wollten in den kommenden Tagen gemeinsam weiter an offenen Punkten feilen – unter enger Einbindung der europäischen Verbündeten.
Rubio betonte, dass die verbliebenen Streitpunkte lösbar seien. Konkrete Differenzen nannte er nicht, zeigte sich aber überzeugt, dass ein Abschluss des Dokuments erreichbar sei.
Das Weiße Haus erklärte weiter, sämtliche Prioritäten der Ukraine seien umfassend adressiert worden. Dazu zählen verlässliche Sicherheitsgarantien, wirtschaftliche Perspektiven für den Wiederaufbau, der Schutz kritischer Infrastruktur, die Sicherung der Handelsschifffahrt sowie die Wahrung der politischen Unabhängigkeit des Landes.
Neben Rubio nahmen auch mehrere einflussreiche Vertreter der US-Regierung an den Gesprächen teil: Trumps Sondergesandter Steve Witkoff, sein Schwiegersohn Jared Kushner sowie Daniel Driscoll aus dem Pentagon. Gemeinsam führten sie die mehrstündigen Beratungen mit der ukrainischen Delegation.




