Fed-Chef Powell kündigt Überarbeitung des geldpolitischen Rahmens an: Ende der Ära niedriger Zinsen in Sicht
- Fed überarbeitet geldpolitischen Rahmen, um auf veränderte Bedingungen zu reagieren.
- Das 2%-Inflationsziel bleibt bestehen, aber der Rahmen soll flexibler werden.
Jerome Powell, Chef der Federal Reserve, hat eine grundlegende Überarbeitung des geldpolitischen Rahmens angekündigt. Diese Anpassung ist notwendig, um auf die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen zu reagieren, wird jedoch kurzfristig keine Auswirkungen auf den aktuellen Zinskurs haben.
Im Fokus steht die Überprüfung des 2020 eingeführten „average inflation targeting“. Dieses Konzept, das Phasen niedriger Inflation durch Überschreiten des 2%-Ziels ausgleichen sollte, wurde durch den pandemiebedingten Inflationsschock obsolet.
Das geldpolitische Framework wird im Rahmen eines Fünfjahres-Reviews überarbeitet. Eine Entscheidung wird bis September erwartet. In einer Welt mit höheren realen Zinsen und häufigeren Angebotsschocks muss das Instrumentarium robuster werden.
Obwohl das 2%-Inflationsziel bestehen bleibt, soll der Rahmen flexibler auf neue Realitäten reagieren. Die Glaubwürdigkeit der Fed ist entscheidend, um die Inflation ohne drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu senken.
Das Review zielt auf das „Statement on Longer-Run Goals and Monetary Policy Strategy“, das im Januar veröffentlicht wird. Die operativen Zinsentscheidungen bleiben davon unberührt.
Powell betont, dass die Fed aus vergangenen Fehlern lernt und sich auf eine Zukunft ohne das „lower for longer“-Mantra vorbereitet.