EZB vor Zinssenkung: Inflation nähert sich Zielwert
- Die Inflation in der Euro-Zone nähert sich dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent.
- Eine Zinssenkung auf 2,0 Prozent wird von den Märkten erwartet.
Die Inflation in der Euro-Zone nähert sich mit 2,0 Prozent dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Deutschland verzeichnete 2,1 Prozent, während Frankreich nur 0,7 Prozent meldete. Ökonomen erwarten für den gesamten Währungsraum eine Inflationsrate zwischen 1,9 und 2,0 Prozent.
Die EZB plant, den Einlagensatz von 2,25 auf 2,0 Prozent zu senken. Dies wäre der achte Zinsschritt seit Juni 2024, als der Satz noch bei 4,0 Prozent lag. Die Märkte haben diese Entscheidung bereits eingepreist.
Die Kreditvergabe zieht an: Im April stieg das Volumen neuer Unternehmenskredite um 2,6 Prozent. Auch Konsumentenkredite legten um 1,9 Prozent zu. Dies zeigt, dass die geldpolitische Lockerung in der Realwirtschaft ankommt.
Externe Faktoren wie der starke Euro und sinkende Energiepreise dämpfen die Inflation. Öl und Gas kosteten im Mai 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr, was die Verbraucherpreise in importabhängigen Ländern senkt.
Die Kerninflation bleibt mit 2,8 Prozent hoch, getrieben durch Lohnzuwächse in Deutschland. Die Bundesbank erwartet jedoch eine Abschwächung des Lohnwachstums, was die Dienstleistungspreise entlasten könnte.
Analysten erwarten keine nennenswerte Marktreaktion, solange die EZB wie erwartet handelt. Die geldpolitische Kommunikation wird zunehmend KI-gestützt analysiert und zeigt eine expansivere Tonlage der Notenbanker.
Widerspruch gegen die Zinssenkung kommt vereinzelt. Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann ist dagegen, während Isabel Schnabel für Stabilität plädiert. Bundesbankpräsident Joachim Nagel bleibt neutral. Dennoch wird eine Lockerung erwartet.