EY UK verzeichnet trotz Umsatzwachstums im Bereich Assurance einen deutlichen Rückgang der Partnervergütungen.
Die britische Niederlassung der Big Four Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von nur drei Prozent verzeichnen, deutlich unter den vorherigen 16 Prozent. Diese Verlangsamung resultierte aus einem Rückgang der Einnahmen in den Geschäftsbereichen Beratung und Strategie sowie Transaktionen, wo die Verkäufe um vier beziehungsweise dreizehn Prozent fielen. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Equity Partners von 866 auf 903, was zu einer durchschnittlichen Senkung der Auszahlungen an die Partner um fünf Prozent auf 723.000 Pfund führte.
Trotz der Herausforderungen konnte EY im Bereich Assurance, zu dem die Prüfungsdienstleistungen gehören, die Erwartungen übertreffen und einen Umsatzanstieg von zehn Prozent auf 6,5 Milliarden US-Dollar erzielen. Auch das Steuergeschäft verzeichnete einen moderaten Zuwachs von vier Prozent. Diese positiven Ergebnisse kompensierten teilweise die Verluste in den schwächelnden Segmenten, führten jedoch insgesamt zu einem operativen Gewinnrückgang von einem Prozent auf 653 Millionen Pfund, während die Einnahmen aus Gebühren mit 3,7 Milliarden Pfund unverändert blieben.
Der ehemalige Managing Partner Hywel Ball, der die Niederlassung seit 2020 leitete, betonte in seiner Abschiedsrede: „In einem Jahr voller wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten haben wir solide Leistungen erbracht und weiterhin in unser Geschäft sowie unsere Mitarbeiter investiert.“ Er hob hervor, dass die schwache Nachfrage nach Beratungs- und Transaktionsdienstleistungen auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zurückzuführen sei, das die Unternehmensgewinne drückte.
Analysten von Jefferies und RBC bewerten die Situation ähnlich wie die Konkurrenz PwC und Deloitte, die ebenfalls eine Verlangsamung des Umsatzwachstums aufgrund rückläufiger Nachfrage in ihren Beratungs- und Deals-Advisory-Segmenten meldeten. Trotz dieser Herausforderungen bleibt EY UK im Vergleich zu den anderen Big Four-Unternehmen gut positioniert, wobei Deloitte die höchsten durchschnittlichen Partnervergütungen mit 1,01 Millionen Pfund verzeichnet, gefolgt von PwC mit 862.000 Pfund und KPMG mit 746.000 Pfund.
Ab Januar wird Anna Anthony die Leitung von EY UK übernehmen. Sie kündigte an, dass bereits im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ein solides Wachstum im Deals-Markt zu erwarten sei, das insbesondere das Segment Strategy and Transactions stärken wird. „Wir sehen eine positive Entwicklung und sind zuversichtlich, dass wir diese Dynamik nutzen können, um langfristiges Wachstum und Rentabilität sicherzustellen“, erklärte Anthony.
Die Aktien von EY UK reagierten auf die gemischten Quartalsergebnisse zurückhaltend, wobei keine signifikanten Bewegungen verzeichnet wurden. Die Anpassungen in der Partnerstruktur und die strategische Neuausrichtung auf margenstärkere Dienstleistungen bleiben zentrale Themen, die die zukünftige Performance des Unternehmens prägen werden.



