Europas Finanzmärkte: Ein ungenutzter Hebel gegen die USA
- Europa hält US-Staatsanleihen im Wert von acht Billionen Dollar und könnte diese Position als geopolitisches Instrument nutzen.
- Die USA sind strukturell abhängig von der Finanzierung ihrer Defizite durch andere, was ihre größte strategische Verwundbarkeit darstellt.
Die transatlantische Ordnung steht vor Herausforderungen. Europa besitzt einen mächtigen Hebel: seine umfangreichen US-Staatsanleihen. Diese Position bietet Einfluss und könnte als geopolitisches Instrument genutzt werden.
Die USA finanzieren ihren Wohlstand durch externes Kapital. Europa hält US-Anleihen im Wert von acht Billionen Dollar und ist damit der größte Stabilisator der amerikanischen Fiskalarchitektur.
Donald Trump versteht die Bedeutung der Finanzmärkte. Steigende Renditen auf US-Anleihen könnten die US-Refinanzierung gefährden. Europa könnte diese Abhängigkeit nutzen, um seine strategische Autonomie zu stärken.
China zeigt, dass Alternativen existieren. Peking diversifiziert seine Bestände und reduziert US-Anleihen. Europa könnte ähnliche Schritte unternehmen, um seine finanzielle Souveränität zu erhöhen.
Ein plötzlicher Abverkauf amerikanischer Staatsanleihen wäre selbstschädigend. Doch Europa könnte seine Position als Signal nutzen: Partnerschaft ist keine Einbahnstraße.
Die USA sind militärisch und technologisch führend, aber strukturell abhängig von der Finanzierung ihrer Defizite durch andere. Diese Abhängigkeit ist ihre größte strategische Verwundbarkeit.
Europa muss seine Gläubigerposition als geopolitisches Instrument begreifen. Finanzmärkte sind Europas größtes Druckmittel und sollten als solches genutzt werden.