Covestro plant Herabstufung der Börsennotierung nach Adnoc-Übernahme
- Covestro plant Herabstufung der Börsennotierung nach Übernahme durch Adnoc.
- Der Wechsel in den General Standard reduziert den Aufwand der Prime Standard-Pflichten.
Der Kunststoffhersteller Covestro plant, seine Börsennotierung von Prime Standard auf General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse herabzustufen. Dieser Schritt folgt der Übernahme durch den staatlichen Ölkonzern Adnoc und markiert einen strategischen Wandel.
Der Vorstand von Covestro hat beschlossen, den Wechsel zu beantragen, um den erheblichen Zusatzaufwand der Prime Standard-Pflichten zu reduzieren. Der General Standard erfüllt weiterhin gesetzliche Mindestanforderungen, verzichtet jedoch auf viele kapitalmarktgetriebene Zusatzpflichten.
Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit der Übernahme durch Adnoc, die im Dezember 2025 abgeschlossen wurde. Covestro ist nun eine Tochtergesellschaft eines strategischen Staatskonzerns und nicht mehr ein breit gestreutes Kapitalmarktunternehmen.
Mit dem Kontrollwechsel hat sich die Funktion der Börsennotierung verändert. Statt Kapitalmarktfinanzierung stehen nun Konzernintegration, operative Steuerung und strategische Langfristplanung im Vordergrund.
Der Wechsel in den General Standard wird drei Monate nach der formalen Veröffentlichung der Entscheidung wirksam. Für Adnoc ist dieser Schritt logisch, da der Konzern keine strategischen Interessen an den hohen Transparenzstandards des Prime Standards hat.
Der Rückzug aus dem Prime Standard symbolisiert das Ende der Ära Covestro als eigenständiger deutscher Blue Chip. Der Wechsel der Börsensegmente spiegelt den Strukturwandel von einer Bayer-Abspaltung zu einer Einheit im globalen Rohstoff- und Chemieverbund von Adnoc wider.
Diese Entscheidung ist mehr als eine administrative Maßnahme. Sie ist ein weiterer Schritt in der Transformation von einem öffentlichkeitsgetriebenen Konzern zu einer strategisch geführten Industrieeinheit.