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Demografischer Wandel: Deutschlands Bevölkerung schrumpft trotz Zuwanderung

  • Erstmals seit 2020 sinkt Deutschlands Bevölkerung trotz Zuwanderung.
  • Alterung und niedrige Geburtenrate übersteigen Wanderungsgewinne.

Erstmals seit 2020 ist die Bevölkerungszahl in Deutschland gesunken. Ende 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, etwa 100.000 weniger als im Vorjahr. Der demografische Trend zeigt sich trotz anhaltender Zuwanderung.

Die Alterung der Gesellschaft und die niedrige Geburtenrate übersteigen die Wanderungsgewinne. 2025 starben mehr Menschen, als Kinder geboren wurden. Die Geburtenzahl lag zwischen 640.000 und 660.000, während über eine Million Menschen starben. Das Geburtendefizit beträgt 340.000 bis 360.000 Personen.

In den 2010er-Jahren lag das jährliche Geburtendefizit bei durchschnittlich 170.000. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich das natürliche Schrumpfen der Bevölkerung fast verdoppelt. Migration konnte diesen Trend bisher ausgleichen, doch 2025 reichte dies nicht mehr aus.

Die Nettozuwanderung wird auf 220.000 bis 260.000 Personen geschätzt, mindestens 40 Prozent weniger als 2024. Das Migrationsplus blieb hinter dem Geburtendefizit zurück. Deutschland erlebte zuletzt Bevölkerungsrückgänge von 2003 bis 2010 und im Jahr 2020.

Mit 83,5 Millionen Einwohnern bleibt Deutschland das bevölkerungsreichste Land Europas. Doch die Trendwende ist statistisch eindeutig. Eine schrumpfende und alternde Bevölkerung hat weitreichende Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Migration allein kann die demografische Lücke nicht mehr schließen, wenn die Zuwanderung abnimmt. Der Rückgang um 100.000 Menschen ist ein Signal für den demografischen Gegenwind, der stärker wird als die bisherigen Ausgleichskräfte.

Deutschland tritt in eine Phase ein, in der die Bevölkerungsentwicklung eine zentrale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aufgabe darstellt.

Quelle: Eulerpool Research Systems