Der Essenslieferdienst steht unter massivem Druck seiner Großaktionäre. Nun denkt das Management laut über Verkäufe, Partnerschaften und eine radikale Neuordnung des Konzerns nach.
Bei Delivery Hero wächst der Unmut großer Investoren. Sie fordern profitableres Wachstum, klarere Strukturen – und vor allem: höhere Erlöse. Der Vorstand reagiert nun mit einer weitreichenden Überprüfung des gesamten Unternehmensportfolios. Im Zentrum steht die Frage, welche Geschäftsbereiche überhaupt noch einen Platz im Konzern haben.
In einer Mitteilung kündigte das Management sogenannte Best-Owner-Evaluierungen an. Dabei wird analysiert, ob einzelne Ländergesellschaften oder Geschäftseinheiten bei Delivery Hero besser aufgehoben sind – oder ob ein Verkauf mehr Wert schaffen könnte. Bis hin zu möglichen Kapitalmarkttransaktionen ist alles denkbar.
Das Unternehmen hält sich zu konkreten Optionen bedeckt, doch der Katalog der Möglichkeiten ist breit: strategische Partnerschaften, Joint Ventures, Teilverkäufe – oder tiefgreifende Eingriffe in die Kapitalstruktur. Letztere könnten etwa die Aufnahme neuer Investoren, Schuldenabbau oder eine Neuordnung der Bilanz umfassen.
Delivery Hero betont jedoch, dass bisher keine Entscheidung gefallen sei und auch keine Garantie bestehe, dass eine Umstrukturierung tatsächlich zu einem höheren Unternehmenswert führt. Die Formulierung zeigt: Der Konzern befindet sich noch in einer frühen Phase der Prüfung, während der Druck der Investoren weiter steigt.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg machen mehrere bedeutende Aktionäre inzwischen aktiv Druck. Sie fordern eine strategische Überprüfung – teilweise sogar einen Verkauf des gesamten Unternehmens oder einzelner Kernregionen. Für einen Konzern, der jahrelang auf aggressive Expansion gesetzt hat, wäre das ein tektonischer Kurswechsel.
Der Markt reagierte zuletzt zunehmend skeptisch auf die schwankende Profitabilität und die komplexe Struktur des Lieferdienst-Riesen. Während Konkurrenten wie Just Eat Takeaway oder DoorDash ihr Portfolio bereits gestrafft haben, kämpft Delivery Hero weiterhin mit einer Vielzahl unterschiedlicher Märkte, Margen und Geschäftsmodelle.
Delivery Hero hat zwar Fortschritte bei der Profitabilität erzielt, bleibt jedoch in einigen Regionen unter Druck. Hohe Kosten, intensiver Wettbewerb und ein abgekühlter Kapitalmarkt zwingen das Management, neue Wege zu suchen. Eine Portfoliobereinigung könnte helfen, Ressourcen zu fokussieren und Wachstumsfelder klarer zu definieren.
Die kommenden Monate dürften entscheiden, ob Delivery Hero sich neu erfindet – oder ob Investoren noch rigorosere Schritte verlangen.




