LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

Dax unter Druck: Handelskonflikte und steigende Ölpreise belasten Märkte

Quelle: eulerpool

US-Zolldrohungen, steigende Ölpreise und politische Unsicherheit belasten die Märkte – Dax rutscht unter 24.000 Punkte.

Der deutsche Leitindex Dax ist mit einem Minus von rund 0,4 Prozent in die neue Woche gestartet und notierte am Vormittag bei 23.902 Punkten. Bereits in der ersten Handelsstunde zeigte sich deutliche Volatilität, nachdem der Index im Mai noch um 6,7 Prozent zugelegt hatte. Die Anleger agieren vorsichtig, die internationalen Märkte zeigen sich ebenfalls uneinheitlich.

Hauptursache für die Zurückhaltung ist eine neue Eskalationsstufe im transatlantischen Handelskonflikt: US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitagabend die Verdopplung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte auf 50 Prozent an. Die Ankündigung erfolgte nach Börsenschluss und wirkte am Montagmorgen spürbar nach. Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem „klar belastenden Impuls“ für die Märkte.

Parallel dazu bleibt die geopolitische Lage angespannt. In Istanbul treffen sich Unterhändler Russlands und der Ukraine zur nächsten Verhandlungsrunde über einen Waffenstillstand. Ein konkreter Plan Kiews liegt laut Präsident Selenskyj auf dem Tisch – unter Beteiligung westlicher Vermittler. Die Märkte reagieren empfindlich auf jedes Signal in diesem Konflikt, auch wenn ein Durchbruch derzeit nicht erwartet wird.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für konjunktursensible Titel ist die Entwicklung in der Industrie: Neue Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum und den USA werden für Mai erneut unterhalb der Wachstumsschwelle erwartet. Das würde die Tendenz bestätigen, dass die globale Industrieproduktion weiterhin unter Druck steht – nicht zuletzt wegen gestörter Lieferketten und unsicherer Nachfrage.

Währenddessen schiebt ein seltener Impuls die Rohstoffmärkte an. Die OPEC+ kündigte am Wochenende überraschend eine Erhöhung der Fördermenge um 411.000 Barrel pro Tag ab Juli an. Das treibt die Ölpreise deutlich nach oben: Brent verteuerte sich um 2,6 Prozent auf 64,43 Dollar, WTI zog um 3,0 Prozent auf 62,62 Dollar an. Damit distanziert sich das Kartell von seiner bisherigen Preisstützungsstrategie und reagiert auf stabile Lagerbestände und positive Aussichten.

Auf Unternehmensebene sorgten Analystenkommentare für Bewegung: Die Aktie des Rüstungszulieferers Hensoldt sprang zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent nach oben, nachdem JP Morgan das Kursziel mehr als verdoppelt und auf „Overweight“ hochgestuft hatte. Auch Ströer legte um 2,3 Prozent zu – getrieben von einer Kaufempfehlung der Berenberg Bank.

Auf der Verliererseite stehen dagegen Stahlwerte. Die Papiere von Thyssenkrupp fielen im MDax um 1,7 Prozent, Salzgitter im SDax um 0,9 Prozent – direkte Reaktion auf die verschärfte Zollrhetorik aus Washington, die den europäischen Exporteuren Sorgen bereitet.