Der DAX zeigt sich zu Wochenbeginn widerstandsfähig: Trotz erneut enttäuschender Auftragszahlen aus der deutschen Industrie und anhaltender politischer Spannungen in Frankreich bleibt der Leitindex weitgehend stabil. Nach leichten Verlusten am Montag schloss der DAX nahezu unverändert. Am Dienstagmorgen notiert er bei 24.342 Punkten, nur rund ein Prozent unter dem Allzeithoch.
In Paris ringt Präsident Emmanuel Macron weiter um eine Regierungslösung. Verteidigungsminister Sébastien Lecornu soll auf Wunsch des Präsidenten bis Mittwoch ein neues Kabinett bilden – nach seinem überraschenden Rücktritt am Montag. Gelingt das nicht, stehen laut Beobachtern zwei Wege offen: Neuwahlen oder Macrons Rücktritt. Letzteren hatte der Präsident bislang ausgeschlossen, doch die zunehmende politische Lähmung in Frankreich nährt Spekulationen.
Mit einer Staatsverschuldung von über 110 % des BIP bleibt Frankreichs Haushaltssituation angespannt; Ratingagenturen sehen keine Trendwende. Anleger fürchten, dass weder rechte noch linke Parteien bereit sind, die Defizite konsequent zu senken.
Auch aus Deutschland kamen am Dienstag keine positiven Impulse: Das Statistische Bundesamt meldete im August einen Rückgang der Industrieaufträge um 0,8 % – bereits der vierte monatliche Rückgang in Folge. Analysten hatten mit einem leichten Plus gerechnet.
„Das war wieder eine kalte Dusche für die Industrie“, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Eine spürbare Erholung erwartet er erst 2026, wenn zusätzliche Staatsausgaben konjunkturelle Impulse liefern.
Das Bundeswirtschaftsministerium sieht dagegen Anzeichen einer Stabilisierung: Eine zunehmende Zahl inländischer Großaufträge, vor allem im Rüstungssektor, könne die Talsohle andeuten.
Im MDAX steht Traton mit einem Minus von vier Prozent unter Druck. Grund sind neue US-Zölle von 25 % auf Zugmaschinen ab November. Auch Bayer verliert rund vier Prozent, nachdem Goldman Sachs die Wachstumsaussichten des Chemiekonzerns nach unten korrigiert, die Kaufempfehlung jedoch bestätigt hat.



