CSU fordert energiepolitischen Kurswechsel: Rückkehr zur Atomkraft und innovative Technologien im Fokus
- CSU plant energiepolitischen Kurswechsel mit Fokus auf Atomkraft und innovative Technologien.
- Deutschland soll Vorreiter bei der Wiederaufbereitung von Atommüll werden, Transmutation im Zentrum.
Die CSU plant einen energiepolitischen Kurswechsel und fordert die Rückkehr zur Atomkraft. Im Zentrum steht eine atomare Kreislaufwirtschaft, die radioaktive Abfälle drastisch reduzieren soll.
Angesichts hoher Strompreise und klimapolitischer Herausforderungen will die CSU in die Kernenergie wiedereinsteigen. Ein Positionspapier, das bei der Klausurtagung im Kloster Seeon verabschiedet werden soll, fordert eine Kernenergie ohne radioaktive Abfälle.
Deutschland soll eine Vorreiterrolle bei der Wiederaufbereitung von Atommüll übernehmen. Der Fokus liegt auf neuen Technologien im Umgang mit Abfällen, weniger auf klassischen Reaktoren.
Kern des CSU-Konzepts ist die Transmutation, die langlebigen radioaktiven Abfall in Stoffe mit kürzerer Halbwertszeit umwandelt. So könnte die Menge an Endlagerabfällen erheblich reduziert werden.
Die CSU sieht wirtschaftliches Potenzial in der Umwandlung radioaktiver Abfälle. Wertvolle Materialien wie Edelmetalle könnten für die Industrie gewonnen werden, was langfristig weniger Material in tiefengeologische Lager verbracht.
Die CSU bekräftigt ihre Forderungen nach Small Modular Reactors (SMR) und Kernkraftwerken der vierten und fünften Generation, die als sicherer und flexibler gelten.
Im Koalitionsvertrag mit der SPD konnte sich die CSU bisher nicht durchsetzen. Die Klausur soll den Druck innerhalb der Bundesregierung erhöhen und das Thema strategisch neu platzieren.
Ein breiter Konsens besteht beim Ziel, den ersten kommerziellen Fusionsreaktor weltweit in Deutschland zu errichten. Experten rechnen jedoch frühestens in den 2030er- oder 2040er-Jahren mit einer Marktreife.
Bayern positioniert sich im Zukunftsfeld Kernfusion gezielt. Unternehmen wie Proxima, Marvel und Gauss sind Vorzeige-Start-ups im Freistaat. Kurzfristig trägt das Thema jedoch kaum zur Lösung der aktuellen Energiepreisprobleme bei.
Die CSU-Landesgruppe will mit der Klausurtagung im Kloster Seeon Akzente für den Kurs der Bundesregierung setzen. Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und Parteichef Markus Söder äußern sich zum Auftakt.
Neben Energiepolitik stehen außen- und sicherheitspolitische Fragen auf der Agenda. Gespräche mit dem litauischen Präsidenten und der finnischen Außenministerin zur Russland-Politik sind geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz wird zum Abschluss erwartet.
Deutschland hatte 2011 den Atomausstieg beschlossen und die letzten Kernkraftwerke 2023 abgeschaltet. Eine Rückkehr zur Atomkraft wäre technologisch und politisch ein fundamentaler Kurswechsel.
Das CSU-Papier ist als strategisches Signal zu verstehen. Ob daraus konkrete Gesetzesinitiativen entstehen, hängt von der Koalitionsdynamik, regulatorischen Hürden und der gesellschaftlichen Akzeptanz ab. Die Atomdebatte ist mit diesem Vorstoß wieder auf der politischen Agenda.