China signalisiert Ende des Preiskampfs bei E-Autos
Peking stellt die Weichen für einen Kurswechsel in der Elektroauto-Industrie – und deutsche Hersteller könnten profitieren. In einer Parteizeitschrift warnte Präsident Xi Jinping vor „ungeordnetem Wettbewerb“ und forderte die Hersteller auf, Premium-Produkte zu Premium-Preisen anzubieten, anstatt mit Dumpingpreisen zu konkurrieren.
Von Subventionen zum Reformkurs
Jahrelang hatte China die gesamte E-Auto-Wertschöpfungskette massiv subventioniert: günstige Rohstoffe, staatlich geförderte Batterien, über 100 Hersteller mit Provinz-Subventionen und Käuferprämien. Das führte zu Überkapazitäten, immer niedrigeren Preisen und wachsendem Druck auf internationale Marken – vor allem deutsche Autobauer, die im Premiumsegment eigentlich stark waren.
Jetzt will Peking offenbar gegensteuern: Subventionen werden zurückgefahren, Zulieferer sollen binnen 60 Tagen bezahlt werden, und eine Kampagne gegen irreführende Werbung läuft. Branchenanalysten sehen darin einen klaren Hinweis auf ein Ende des ruinösen Preiskampfs.
Folgen für die Industrie
Besonders BYD steht unter Druck. Der Konzern konnte zuletzt seine Margen nicht halten und kämpft mit Zahlungsproblemen gegenüber Zulieferern – eine Entwicklung, die Beobachter bereits an die Immobilien- und Solarkrise erinnert. Gleichzeitig sitzt China insgesamt in einer deflationären Falle: Die Immobilienkrise hat Wachstum gekappt, während der E-Auto-Sektor mit Überkapazitäten kämpft.
Chance für deutsche Hersteller
Für BMW, Mercedes und Volkswagen könnte der Kurswechsel entscheidend sein. „Mittelfristig endet der Preiskampf in China – das nimmt den Druck auf die Margen deutscher Hersteller“, sagt Branchenexperte Jochen Siebert. Auf steigende Preise deutet zwar noch wenig hin, doch die Zeiten der Billigflut könnten bald vorbei sein.




