Medianvergütung für S&P-500-CEOs stieg 2024 auf 19 Mio. Dollar, mehr als doppelt so stark wie Löhne.
Die Gesamtvergütung von CEOs der S&P-500-Unternehmen stieg 2024 um 7,7 Prozent und erreichte im Median 19 Mio. US-Dollar. Damit wuchs das Salär der Spitzenmanager deutlich schneller als die Löhne der Belegschaft, die laut Bureau of Labor Statistics im selben Zeitraum um 3,6 Prozent zulegten.
Farient Advisors verzeichnete den kräftigsten Anstieg seit 2021, als die CEO-Vergütung um 11,5 Prozent kletterte. „Wir sehen weiterhin Zuwächse, die sowohl über der Inflationsrate als auch über den Gehältern der Beschäftigten liegen“, sagte Eric Hoffmann, Chief Data Officer bei Farient.
An der Spitze stand Rick Smith, CEO des Taser-Herstellers Axon Enterprise, mit 164,5 Mio. US-Dollar – überwiegend aus Aktienzuteilungen, die an mehrjährige Zielerreichungen geknüpft waren. Ihm folgte Starbucks-Chef Brian Niccol mit 95,8 Mio. US-Dollar. Sein Paket umfasste neben einem 5-Mio.-Bonus auch zwei Sondervergaben von Aktien im Wert von bis zu 80 Mio. US-Dollar.
Während Nvidia-Chef Jensen Huang 49,9 Mio. US-Dollar erhielt und damit „nur“ das 166-Fache des Medianlohns seiner Mitarbeiter verdiente, lag das Verhältnis bei Starbucks bei über 6.600 zu 1. Die AFL-CIO kritisierte diesen Abstand als Beleg wachsender Ungleichheit. „Es wird immer schwieriger für Beschäftigte, über die Runden zu kommen“, sagte Carin Zelenko von der Gewerkschaft.
In Großbritannien kletterten die CEO-Gehälter der Top-100-Unternehmen um 6,8 Prozent auf ein Rekordniveau von 4,58 Mio. Pfund, wie das High Pay Centre berichtete. Auch dort wächst die Kluft zwischen Management und Belegschaft, wenngleich auf niedrigerem Ausgangsniveau als in den USA.
Aktionäre zeigen sich bislang unbeeindruckt. Laut ISS-Corporate liegt die Zustimmung zu Vergütungspaketen seit fünf Jahren konstant bei über 92 Prozent. Ob die ökonomische Unsicherheit in den USA diesen Trend bremst, gilt jedoch als offen.




