Cannabisreform: Schwarzmarkt bleibt trotz Teillegalisierung stark
- Der Schwarzmarkt floriert trotz Cannabisreform, Anbauvereine spielen kaum eine Rolle.
- Entkriminalisierung entlastet Polizei, aber illegale Quellen bleiben stark.
Ein Jahr nach der Cannabisreform zeigt sich, dass der Schwarzmarkt weiterhin floriert. Die neu geschaffenen Anbauvereine decken weniger als 0,1 Prozent des Bedarfs, während Medizinalcannabis bis zu 14 Prozent erreicht.
Projektleiter Jakob Manthey fordert einfachere Rahmenbedingungen für Anbauvereine, um illegale Anbieter zu verdrängen. Eigenanbau und private Weitergabe sind weit verbreitet und schwer zu erfassen.
Bei Jugendlichen bleibt die Konsumquote rückläufig, während sie bei Erwachsenen stabil ist. Die Zahl der Beratungsfälle und Suchtmeldungen ist gesunken.
Positiv ist die Entkriminalisierung: Die Polizei verzeichnete 100.000 weniger Cannabisdelikte. Neue Ordnungswidrigkeiten wie Konsum in der Nähe von Minderjährigen spielen kaum eine Rolle.
Kritik gibt es an den Besitzgrenzen: 25 Gramm in der Öffentlichkeit und 50 Gramm zu Hause gelten als zu hoch. Der erlaubte Eigenanbau von drei Pflanzen wird selten geahndet.
Forscher warnen, dass ohne vereinfachte Genehmigungen für Anbauvereine und klarere Regeln der Schwarzmarkt mittelfristig dominieren wird. Die Entlastung von Polizei und Justiz ist positiv, das Ziel der Verdrängung illegaler Quellen bleibt unerreicht.