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Britische Banken fordern stärkere Maßnahmen gegen Online-Betrug auf Social Media

Quelle: eulerpool

Britische Banken fordern verstärkte Maßnahmen von Social-Media-Unternehmen gegen Online-Betrug, da ein Großteil der Betrugsfälle über diese Plattformen initiiert wird.

Die britischen Banken haben angesichts steigender Betrugsfälle eine intensivere Zusammenarbeit mit Social-Media- und Telekommunikationsunternehmen gefordert. Nach aktuellen Daten der Branchenvereinigung UK Finance wurden im ersten Halbjahr 2024 durch unautorisierte und autorisierte Kartenbetrugszahlungen insgesamt 571 Millionen Pfund gestohlen, ein Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besorgniserregend ist, dass 72 Prozent der sogenannten "Authorised Push Payment" (APP)-Betrugsfälle—bei denen Kunden dazu gebracht werden, selbst Geld an Betrüger zu überweisen—ihren Ursprung in sozialen Medien haben. Weitere 16 Prozent dieser Betrugsfälle erfolgen über Telekommunikationsnetze. "Kriminelle nutzen diese Plattformen nicht nur für Betrugsmaschen wie Investitions-, Romantik- oder Kaufangebote, sondern auch für gefälschte Anrufe, Textnachrichten und E-Mails, um an persönliche Daten und Passwörter zu gelangen", erklärte UK Finance.

Die Banken drängen darauf, dass Technologie- und Kommunikationsunternehmen mehr Verantwortung übernehmen, um die Öffentlichkeit vor solchen Betrugsmaschen zu schützen. Unterstützung erhalten sie von der britischen Zahlungsaufsichtsbehörde Payment Systems Regulator, die ebenfalls mehr Engagement von Social-Media-Konzernen im Kampf gegen finanziellen Betrug fordert.

Parallel dazu hat die britische Regierung Maßnahmen ergriffen, um den Schutz der Verbraucher zu stärken. Ab diesem Monat können Banken Zahlungen um bis zu 72 Stunden verzögern, wenn ein begründeter Betrugsverdacht besteht, um zusätzliche Untersuchungen zu ermöglichen. Zudem haften Zahlungsdienstleister jetzt für Verluste durch APP-Betrug bis zu einer Summe von 85.000 Pfund.

Im ersten Halbjahr 2024 sanken die Verluste durch APP-Betrug um 11 Prozent auf 214 Millionen Pfund, während die Anzahl der Fälle um 16 Prozent auf 97.000 zurückging. Im Gegensatz dazu stiegen die Verluste durch unautorisierten Kartenbetrug um 5 Prozent auf 358 Millionen Pfund, bei einem Anstieg der Fälle um 19 Prozent auf über 1,5 Millionen.

UK Finance weist darauf hin, dass Betrüger immer ausgefeiltere Social-Engineering-Techniken einsetzen, um Kunden dazu zu bringen, Einmalpasswörter preiszugeben, die zur Authentifizierung von Online-Transaktionen erforderlich sind. Zudem nutzen Kriminelle verstärkt soziale Medien, um gefälschte Angebote zu bewerben und so an Zahlungsinformationen zu gelangen.

Trotz dieser Entwicklungen konnten Banken im selben Zeitraum unautorisierte Betrugszahlungen in Höhe von 711 Millionen Pfund verhindern. Dan Holmes, Direktor für Bankenbetrug beim Softwareunternehmen Feedzai, bezeichnet die Rückgänge in bestimmten Betrugskategorien als ermutigend, warnt jedoch vor Selbstzufriedenheit angesichts steigender Zahlen bei unautorisiertem Betrug.