BP entdeckt im Bumerangue-Feld vor Brasilien ein riesiges Vorkommen und bekräftigt damit den Strategiewechsel zu fossilen Energien.
BP hat mit einem Bohrloch im Bumerangue-Feld im Santos-Becken den größten Fund von Öl und Gas seit 1999 gemacht. Die Lagerstätte liegt rund 400 km vor der Küste von Rio de Janeiro und erstreckt sich über mehr als 300 Quadratkilometer – fünfmal die Fläche Manhattans. Die Aktie des britischen Energiekonzerns stieg im frühen Handel um 1,2 Prozent, während der Rivale Shell 0,4 Prozent verlor.
Der Fund markiert den größten Erfolg seit der Erschließung des Shah-Deniz-Gasfelds im Kaspischen Meer vor 25 Jahren, teilte das Unternehmen mit. Das Vorkommen enthält laut ersten Analysen eine Mischung aus Gas, Kondensat und Öl. Allerdings wies BP auf erhöhte CO₂-Konzentrationen hin, was die wirtschaftliche Ausbeute erschweren und die Verarbeitungskosten erhöhen könnte.
Die Lizenzrechte am Bumerangue-Feld hält BP zu 100 Prozent – das Unternehmen war 2022 einziger Bieter. Die kommerziellen Bedingungen sind günstig: Nach Kostendeckung müssen lediglich 5,9 Prozent des Gewinns an den brasilianischen Staat abgeführt werden. Die Erschließung eines Tiefseefeldes in dieser Region dauert typischerweise vier bis zehn Jahre.
Der Fund fällt in eine Phase strategischer Neuausrichtung unter CEO Murray Auchincloss. Dieser hatte im Februar angekündigt, künftig jährlich rund 10 Mrd. US-Dollar in Öl- und Gasprojekte zu investieren – rund 20 Prozent mehr als bislang vorgesehen. Gleichzeitig rückte BP vom Ziel ab, die fossile Förderung schrittweise zugunsten erneuerbarer Energien zurückzufahren.
Bumerangue ist die zehnte erfolgreiche Bohrung des Konzerns im laufenden Jahr. Bereits zuvor wurden neue Vorkommen in Trinidad, Ägypten, Libyen, dem Golf von Mexiko und anderen Teilen Brasiliens erschlossen. Das Joint Venture Azule mit Eni meldete weitere Funde in Namibia und Angola.
BP förderte im vergangenen Jahr knapp 2,4 Mio. Barrel Öl- und Gasäquivalent pro Tag. Die neue Strategie sieht vor, die Produktion langfristig zwischen 2,3 und 2,5 Mio. Barrel täglich zu halten – mit möglichem Aufwärtspotenzial bis 2035.



