Blackstone meldet aufgrund rückläufiger Vermögensverkäufe das schwächste Umsatzwachstum seit 14 Jahren.
Der weltweit größte Private-Capital-Konzern Blackstone hat im dritten Quartal das schwächste Umsatzwachstum seit 2010 gemeldet, was auf schleppende Vermögensverkäufe zurückzuführen ist. In seinem Jahresbericht gab das Unternehmen bekannt, dass es plant, einige seiner größten Investitionen an die Börse zu bringen, um die finanziellen Auswirkungen der verlangsamten Verkaufsaktivitäten abzufedern.
Der bereinigte Umsatz von Blackstone stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf 51,2 Milliarden US-Dollar. Dieses Wachstum ist das schwächste der letzten 14 Jahre und verdeutlicht die aktuellen Herausforderungen des Konzerns. Besonders betroffen ist die Beratungsabteilung, die mit einem Umsatz von 15,6 Milliarden US-Dollar lediglich um 0,1 Prozent zulegte. Auch das Geschäftsfeld Strategie und Transaktionen, das sich auf Fusionen und Übernahmen konzentriert, verzeichnete ein moderates Wachstum von 2,3 Prozent.
Zusätzlich zu den Umsatzschwierigkeiten hat Blackstone seine globale Belegschaft im vergangenen Jahr um etwa 2.450 Stellen reduziert – der erste Personalabbau seit 14 Jahren. Diese Maßnahme betrifft vor allem die Bereiche Steuerberatung, Consulting sowie Strategie und Transaktionen, während im Bereich Assurance neue Mitarbeiter eingestellt wurden.
Jonathan Gray, Präsident von Blackstone, deutete in einem Interview mit der Financial Times an, dass die jüngste Rally der globalen Aktienmärkte eine Rückkehr des Anlegerinteresses an Börsengängen signalisiere. „Wir bereiten uns darauf vor, einige unserer Portfoliounternehmen an die Börse zu bringen. Die Gespräche sind von theoretischen Überlegungen zu praktischen Planungen übergegangen“, erklärte Gray.
Die globale wirtschaftliche Unsicherheit und die rückläufige Aktivität bei IPOs, die laut EY im ersten Halbjahr 2024 um 23 Prozent gesunken sind, haben die Gewinne von Blackstone beeinträchtigt. Der Konzern erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres lediglich 1,4 Milliarden US-Dollar an realisierten Performance Fees, ein Anstieg von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, deutlich unter den 7,7 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum 2022.
Trotz dieser Rückschläge konnte Blackstone seine Investitionstätigkeit erhöhen und in der jüngsten Quartalsperiode 34 Milliarden US-Dollar investieren – die höchste Summe seit über zwei Jahren. Zudem gelang es dem Unternehmen, 41 Milliarden US-Dollar an neuem Investorengeld zu akquirieren, wodurch die vermögensgenerierenden Gebühren auf ein neues Rekordhoch stiegen. Die Gebühreneinnahmen beliefen sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit die von Bloomberg prognostizierten Erwartungen leicht. Dies führte zu einem Kursanstieg der Aktien um 6,3 Prozent und einer Marktkapitalisierung von über 200 Milliarden US-Dollar.
Stephen Schwarzman, CEO von Blackstone, bezeichnete die Ergebnisse als Teil einer „breit angelegten Beschleunigung“ und hob hervor, dass das Wachstum hauptsächlich durch die Bereiche Credit und Insurance vorangetrieben wurde. Mit 21 Milliarden US-Dollar an neuen Investorenzusagen und über 350 Milliarden US-Dollar verwalteten Vermögenswerten in der Versicherungssparte stellt diese den größten Geschäftsbereich von Blackstone dar.
Die langjährige Strategie, Kapital von vermögenden Privatpersonen zu gewinnen – welche etwa ein Viertel der gesamten Vermögenswerte ausmachen – hat es dem Konzern ermöglicht, seine Position weiter zu stärken. Zudem haben sich die Abflüsse aus dem Immobilienfonds Breit erheblich verlangsamt, sodass dieser nun auf Wachstumskurs zurückkehrt. „Wenn die aktuellen Trends anhalten, bewegen wir uns klar auf positive Nettozuflüsse für Breit zu“, sagte Gray.



