Trotz Unsicherheiten durch Robert F. Kennedy Jr.s Nominierung treiben Odyssey Therapeutics und Aktis Oncology ihre Börsengänge voran.
Trotz der Unsicherheiten, die durch die Nominierung von Robert F. Kennedy Jr. als US-Gesundheitsminister durch den gewählten Präsidenten Donald Trump ausgelöst wurden, bereiten sich zwei Biotech-Unternehmen auf Börsengänge vor. Odyssey Therapeutics und Aktis Oncology wollen in den kommenden Monaten den Markt testen, um ihre IPOs umzusetzen.
Die Nominierung von Kennedy hat die Biotech-Branche aufgeschreckt, da er eine skeptische Haltung gegenüber Impfstoffen und Medikamenten gegen Fettleibigkeit vertritt. Zudem plant er, die Ausgaben für Medikamente zu reduzieren und die Food and Drug Administration (FDA) umzustrukturieren. Die Ankündigung ließ den SPDR XBI-Index, der kleinere Biotech-Unternehmen abbildet, zunächst um über 10 Prozent einbrechen. Mittlerweile hat sich der Markt leicht erholt.
Pharmakonzerne wie Pfizer, Eli Lilly und GSK verzeichneten ebenfalls Kursverluste, konnten diese jedoch teilweise wieder ausgleichen. Die Branche, die auf eine Erholung durch sinkende Zinsen und eine weniger strenge Kartellpolitik gehofft hatte, sieht sich nun neuen regulatorischen Unsicherheiten gegenüber.
Odyssey Therapeutics, zuletzt mit 640 Millionen US-Dollar bewertet, und Aktis Oncology, das im September 175 Millionen US-Dollar durch eine Finanzierungsrunde einnahm, haben vertraulich bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC Anträge für Börsengänge eingereicht. Beide Unternehmen befinden sich in Phase-2-Studien ihrer führenden Wirkstoffe: Odyssey arbeitet an einer Immuntherapie gegen Morbus Crohn, während Aktis auf Radiopharmazeutika für die Krebsbehandlung setzt.
Die Biotech-IPO-Aktivität zeigt ein leichtes Wachstum: Im laufenden Jahr wurden 26 Börsengänge durchgeführt, die insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar einbrachten. Das Volumen liegt jedoch weit hinter den Spitzenwerten der Pandemiezeit zurück.
Mike Perrone, Analyst bei RW Baird, erklärte, dass Kennedys Nominierung die Aussichten für die Branche „spürbar verändert“ habe. Während Biotechs mit qualitativ hochwertigen Medikamenten weiterhin gelistet werden, dürften die Bewertungen angesichts der Unsicherheit niedriger ausfallen.
Auch der Marktbeobachter Mikhail Keyserman von LifeSci Capital betonte, dass die Zinspolitik der Federal Reserve derzeit eine größere Bedeutung für die Branche habe als politische Äußerungen Kennedys.
Inmitten der Kontroversen ernannte Trump den Chirurgen Marty Makary von der Johns Hopkins University zum FDA-Chef. Diese Entscheidung wurde von der Pharmaindustrie positiv aufgenommen, da sie auf eine stabilere regulatorische Umgebung hoffen lässt.



