Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP beendet seine Annäherungsversuche an Anglo American – und das nach einer letzten, ergebnislosen Gesprächsrunde. Statt eines Mega-Deals setzt der australische Rohstoffriese nun wieder voll auf organisches Wachstum. Für die Aktie könnte sich dieser Rückzieher sogar als Vorteil erweisen.
Nach mehreren Anläufen hat BHP seine Übernahmepläne für Anglo American endgültig begraben. Wie der Konzern mitteilt, wurden in den vergangenen Tagen zwar noch einmal Gespräche geführt, doch auch das erneuerte Angebot fand keine Zustimmung. Damit ist die Aussicht auf eine Fusion zweier der größten Rohstoffkonzerne der Welt vorerst vom Tisch.
Statt weiter um Anglo American zu werben, richtet BHP den Blick wieder auf das bestehende Geschäft. Der Konzern betont, dass er sich künftig auf die Weiterentwicklung seiner Minen, seine Projektpipeline und die Optimierung des aktuellen Portfolios konzentrieren will. Strategisch bedeutet das: kein Risiko eines teuren Übernahmeexperiments – dafür mehr Planbarkeit im Kerngeschäft.
Während BHP auf Distanz geht, treibt Anglo American die Übernahme von Teck Resources voran. Der geplante Deal, komplett in Aktien abgewickelt, würde einen der weltweit größten Anbieter für Kupfer, Zink und andere Industriegüter schaffen. Die Transaktion hängt allerdings noch von regulatorischen Freigaben und der Zustimmung der Aktionäre ab.
Ein Einstieg bei Anglo hätte BHP nicht nur Milliarden gekostet, sondern wäre auch in ein anspruchsvoll bewertetes Unternehmen erfolgt. Ohne Synergien, die kurzfristig Cashflows heben, hätte sich der Kaufpreis nur schwer amortisieren lassen. Der Verzicht gilt daher vielen Branchenanalysten als vernünftige Entscheidung – und entlastet gleichzeitig die Erwartungshaltung der Anleger.
Im Falle einer Übernahme hätte BHP die geplante Teck-Transaktion vermutlich ausbremsen können. Mit dem jetzigen Rückzug verfolgen alle Beteiligten ihre eigenen strategischen Wege weiter.
Für die Börse überwiegen die positiven Aspekte: Der Konzern spart sich ein finanziell riskantes Großprojekt und kann seine Erholung fortsetzen, die seit dem Frühjahr an Dynamik gewonnen hat. Die Bewertung bleibt attraktiv, die Dividendenrendite hoch – beides Argumente, die den Titel weiterhin interessant machen.




