Bargeldbestand in Deutschland erreicht neue Höchststände trotz digitaler Zahlungstrends
- Bargeldbestand in Deutschland steigt trotz digitaler Zahlungstrends.
- Unsicherheit und Schattenwirtschaft fördern Bargeldhortung.
In Deutschland steigt der Bargeldbestand trotz der Verbreitung digitaler Zahlungssysteme. Laut Europäischer Zentralbank waren im März 2024 im Euroraum 1,564 Billionen Euro in Umlauf, ein Anstieg von 30 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Deutsche Haushalte horten laut Bundesbank rund 395 Milliarden Euro in bar, mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Dies geschieht trotz eines Rückgangs der Barzahlungen im Einzelhandel auf nur noch ein Viertel der Umsätze im Jahr 2023.
Notenbanker erklären den Anstieg mit einem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis. Seit der Finanzkrise halten viele Menschen Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel. Der „Hoarding“-Anteil am Bargeldumlauf lag 2024 bei 42 Prozent.
Internationale Faktoren beeinflussen ebenfalls den Bargeldbestand. Der Euro dient als Reservewährung im Ausland und Bargeld bleibt in der Schattenwirtschaft wichtig. Illegale Aktivitäten wie Schwarzarbeit und Geldwäsche sind stark auf Bargeld angewiesen.
Ein Beispiel aus Bayern zeigt, dass bei einer Polizeikontrolle auf der Autobahn A3 eine Million Euro in Plastiktüten entdeckt wurden, mutmaßlich aus kriminellen Geschäften. Solche Funde sind Teil eines strukturellen Musters.
Im Einzelhandel ist Bargeld trotz der Effizienzvorteile bargeldloser Zahlungen noch präsent. Kontaktloses Zahlen ist bis zu siebenmal schneller, doch das Vertrauen in physisches Geld bleibt, besonders in Krisenzeiten, tief verankert.