LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

Asiens Börsen im freien Fall: China interveniert, Japan zögert

Quelle: eulerpool

Asiens Börsen stürzen ab, China stützt mit Milliardeninterventionen, während Japan und Taiwan vorsichtig reagieren.

Noch bevor die neuen US-Strafzölle vollständig in der Realwirtschaft angekommen sind, reagieren die Finanzmärkte in Asien mit deutlichen Verlusten. Der Nikkei-225 rutschte am Mittwoch unter die Marke von 32.000 Punkten und verlor über fünf Prozent. Der breiter gefasste Topix sank um knapp vier Prozent. In Taiwan gab der Taiex um 1,8 Prozent nach – inzwischen liegt er fast 20 Prozent unter dem Niveau von Anfang April, als Trump die neuen Zölle angekündigt hatte.

Besonders betroffen: Hongkong. Der Hang-Seng-Index fiel um 3,2 Prozent auf 19.490 Punkte. Und auch in Seoul zeigte der Kospi deutliche Schwäche, notierte zwischenzeitlich mehr als ein Prozent im Minus. Trotz leichter Erholung an den chinesischen Festlandbörsen – der CSI 300 legte um 0,3 Prozent zu – dominiert Nervosität.

Ursache ist die Eskalation im Zollkonflikt zwischen den USA und China. Seit Mittwochmorgen deutscher Zeit gelten US-Zölle in Höhe von 104 Prozent auf chinesische Produkte. Der politische Wille in Peking, die Auseinandersetzung „bis zum Ende“ zu führen, beunruhigt Investoren.

China reagierte mit einem massiven Stabilisierungsprogramm. Über das sogenannte „Nationalteam“, angeführt vom staatlichen Fonds Central Huijin Investment, wurden gezielt ETFs gekauft. Auch Staatskonzerne wie PetroChina kündigten umfangreiche Aktienrückkäufe an. Die Aufsicht lockerte zusätzlich die Beteiligungsgrenzen für Versicherer, um Marktliquidität zu schaffen. Die Maßnahmen verhinderten einen erneuten Kurssturz wie am Montag, als die chinesischen Märkte zeitweise zweistellig im Minus lagen.

Derweil erhöht sich der Druck auf die japanische Regierung. Zwar hat Tokio finanzielle Hilfen für vom Zollkonflikt betroffene Unternehmen aufgelegt, direkte Marktinterventionen blieben bislang jedoch aus. Analysten spekulieren über eine mögliche Rückkehr der Bank of Japan zum Kauf börsennotierter Indexfonds (ETFs). Noch sperrt sich die Notenbank – offiziell, um ihre geldpolitische Exit-Strategie nicht zu gefährden.

Am Devisenmarkt setzte sich der Trend zur Yen-Aufwertung fort. Der Dollar verlor bis zu 1,5 Prozent auf 145 Yen, was japanische Exporte belastet. Gleichzeitig sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen leicht, ein Zeichen für die steigende Risikoaversion unter Investoren.

Auch Südkorea und Taiwan bereiten sich vor. Die Finanzaufsicht in Seoul prüft Stützungsmaßnahmen, während Taiwans nationaler Stabilisierungsfonds aktiviert wurde – zum neunten Mal seit seiner Gründung im Jahr 2000. Der Fonds hat ein Volumen von umgerechnet 15 Milliarden US-Dollar. Doch die Frage bleibt: Wie lange reicht das aus, wenn der Handelskrieg weiter eskaliert?