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Volksbank Brawo: Risiken durch aggressive Expansion und Immobilienengagements

  • Volksbank Brawo investiert massiv außerhalb des Kerngeschäfts, was zu erhöhten Risiken führt.
  • Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken stuft die Bank als Restrukturierungsfall ein, was als Warnsignal gilt.

Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Brawo, zeigt Präsenz in der hauseigenen Publikation „BRAWO aktuell“. Doch die Bank steht im Fokus, da sie sich weit vom klassischen Bankgeschäft entfernt hat und in riskante Immobilienprojekte investiert.

Unter Brinkmanns Führung investierte die Volksbank Brawo massiv außerhalb des Kerngeschäfts. Beteiligungen an einer Brauerei, Engagements im Gastronomiebereich und Immobilienprojekte auf Mallorca gehören zum Portfolio. Der Umfang der Immobilieninvestitionen beträgt rund eine Milliarde Euro.

Ende November stufte der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken die Bank als Restrukturierungsfall ein. Die Bank widerspricht, doch die erhöhte Aufmerksamkeit des Verbands gilt als Warnsignal, auch wenn keine akute Krise festgestellt wurde.

Die Nervosität resultiert aus Erfahrungen der Branche. In den letzten zwei Jahren gerieten mehrere Volks- und Raiffeisenbanken in Schieflage, oft nach riskanten Immobiliengeschäften. Fälle wie die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden haben das Vertrauen erschüttert.

Mit einer Bilanzsumme von 6,5 Milliarden Euro zählt die Volksbank Brawo zu den größeren Genossenschaftsbanken. Sollte sie ernsthaft in Schwierigkeiten geraten, wäre der Schaden für das Sicherungssystem erheblich.

Ein Unsicherheitsfaktor ist der Zeitpunkt vieler Immobilienkäufe um 2020, nahe dem Höhepunkt des Immobilienbooms. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen verschlechtert: steigende Zinsen, mehr Leerstände und eine schwächelnde Konjunktur.

Besonders belastend ist die regionale Konzentration. In Wolfsburg hängt die Wirtschaft stark von Volkswagen ab, das selbst in einer Krise steckt. Sinkende Kaufkraft und rückläufige Nachfrage nach Büroflächen erhöhen den Druck auf den Immobilienmarkt.

Die Volksbank Brawo weist alle Sorgen zurück. Sie betont, dass das Immobiliengeschäft positive Ergebnisse geliefert habe und erhebliche stille Reserven vorhanden seien. Beobachter sehen darin eine optimistische Interpretation, die sich erst in einer Marktbereinigung bewähren müsste.

Die Volksbank Brawo ist noch kein Kriseninstitut. Doch die aggressive Expansion und regionalen Risiken sorgen dafür, dass sich die Frage um das potenzielle Ausmaß der Probleme dreht. Ob Brinkmanns Zuversicht berechtigt ist, wird sich zeigen, wenn sich die wirtschaftlichen Belastungen verschärfen.

Quelle: Eulerpool Research Systems