Unsicherheiten im US-China Soja-Deal: US-Landwirtschaft bleibt angespannt
- Der US-China Soja-Deal bleibt unsicher, mit unklaren Zusagen und wirtschaftlichen Risiken für US-Landwirte.
- Finanzmärkte und Agrarkonzerne zeigen wenig Vertrauen in die Umsetzung des Handelsabkommens.
Der Handelsdeal zwischen den USA und China sollte der US-Landwirtschaft helfen. Doch die Umsetzung bleibt unsicher, und die Sorgen der Sojabauern sind nicht verschwunden.
China ist der wichtigste Absatzmarkt für US-Soja. Trotz politischer Ankündigungen hat sich daran nichts geändert. Die Zusage Chinas, zwölf Millionen Tonnen US-Sojabohnen abzunehmen, brachte nur kurzzeitig Erleichterung.
Josh Gackle von der American Soybean Association warnte vor zu viel Optimismus. Ein erneuter Handelsstopp würde die Sojabauern hart treffen. Der letzte Konflikt ließ Exporte um 76 Prozent einbrechen und verursachte Schäden von über 27 Milliarden Dollar.
Während des Handelskonflikts setzte China auf Soja aus Brasilien. 2024 stammten noch 25 von 46 Millionen Tonnen US-Sojaexporten aus Lieferungen nach China. Danach brach dieser Absatzkanal weg.
Chinas Staatschef Xi Jinping versprach im Herbst zwölf Millionen Tonnen abzunehmen, jedoch ohne klaren Zeitrahmen. Zunächst war von Lieferungen bis Jahresende die Rede, später von Februar 2026.
China stellte in Aussicht, bis 2028 jährlich mindestens 25 Millionen Tonnen abzunehmen. Doch die Belastbarkeit dieser Versprechen bleibt fraglich.
Bis Ende 2025 wurden laut Bloomberg nur acht Millionen Tonnen importiert. Ob die zugesagte Menge erreicht wird, ist offen.
Bereits während Trumps erster Amtszeit machte China ähnliche Zusagen, die an Marktbedingungen geknüpft waren. Sobald Soja aus Brasilien oder Argentinien günstiger war, griffen chinesische Einkäufer dort zu.
Am Ende wurden laut American Soybean Association nur 77 Prozent der zugesagten Mengen abgenommen. Viele Farmer fürchten eine Wiederholung dieses Musters.
An den Finanzmärkten blieb die Erleichterung aus. Aktien von Agrarkonzernen wie Corteva, Bunge Global oder Archer Daniels Midland profitierten kaum.
Eine Ausnahme bildete die Seaboard Corporation, die als Fleischproduzent von niedrigen Sojapreisen profitieren könnte, die durch ein Überangebot in den USA entstehen.
Auch bei Herstellern landwirtschaftlicher Maschinen ist keine Euphorie zu sehen. Titel wie AGCO, Tractor Supply oder John Deere treten auf der Stelle.
AGCO-Chef Eric Hansotia warb für ein Abkommen mit China. Doch politische Versprechen halfen den Kursen nicht. Trumps Ankündigung von zwölf Milliarden Dollar Hilfen sorgte für Unsicherheit.
Die US-Regierung argumentiert, Umweltauflagen hätten die Kosten für Landtechnik erhöht. Konkrete Belege fehlen. Investoren sehen ein zusätzliches Risiko, da die versprochenen Hilfen noch nicht ausgezahlt wurden.
Unabhängig vom China-Deal bleibt die wirtschaftliche Lage der US-Landwirtschaft angespannt. Die Schulden der Branche haben sich seit 2005 auf rund 600 Milliarden Dollar verdreifacht.
Ben Buckner von AgResource betont, dass über die zwölf Millionen Tonnen hinaus keine verbindlichen Zusagen aus China bestätigt seien. Ohne formelle Vereinbarungen bleibt der Preisdruck auf Sojabohnen hoch.
Während US-Farmer auf Chinas Rückkehr hoffen, boomt das Geschäft in Südamerika. 80 Prozent der brasilianischen Sojaexporte gingen 2025 nach China.
Doch auch dort wächst die Nervosität. Sollte China seine Zusagen gegenüber den USA einhalten, könnten die Abnahmemengen aus Brasilien sinken.
Der Soja-Deal bleibt ein politisches Versprechen mit vielen offenen Flanken. Für US-Landwirte ist er bislang kein Befreiungsschlag, sondern ein Hoffnungsschimmer mit erheblichen Unsicherheiten.