Thyssenkrupp: Möglicher Verkauf der Stahlsparte an Jindal beflügelt Aktienkurs
- Thyssenkrupp plant möglichen Verkauf der Stahlsparte an Jindal, was den Aktienkurs beflügelt.
- Verhandlungen konzentrieren sich auf Pensionsverpflichtungen und mögliche EU-Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte.
Die Aktie von thyssenkrupp AG stieg zur Wochenmitte stark an. Grund ist ein Bericht über den möglichen Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International. Der Verkauf könnte in mehreren Schritten erfolgen, beginnend mit einer 60-prozentigen Übernahme durch Jindal.
Ein zentrales Thema der Verhandlungen sind die Pensionsverpflichtungen der Stahlsparte, die rund 2,5 Milliarden Euro betragen. Diese Verpflichtungen hatten frühere Verkaufsversuche erschwert. Es wird geprüft, ob diese Lasten zeitlich gestreckt werden können, um den Einstieg für Jindal zu erleichtern.
Thyssenkrupp bestätigte die laufenden Gespräche mit Jindal und den Arbeitnehmervertretern, äußerte sich jedoch nicht zu Details. Der Konzern befindet sich im Due-Diligence-Prozess, in dem Bewertung, Verpflichtungen und künftige Investitionen verhandelt werden.
Auch andere Stahlwerte profitierten von den Nachrichten. Anleger hoffen auf EU-Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte aus China und auf staatliche Infrastrukturprogramme. Ein möglicher Wiederaufbau der Ukraine stützt ebenfalls die positive Stimmung im Sektor.
Marktbeobachter sehen im möglichen Jindal-Deal einen wichtigen Schritt für thyssenkrupp. Eine verbindliche Einigung könnte einen strukturellen Wendepunkt für den Konzern markieren. Bis dahin bleibt die Aktie stark nachrichtengetrieben, doch die Markt-Fantasie ist spürbar zurückgekehrt.