Temasek reduziert Frühphasen-Investments und fokussiert auf reifere Unternehmen
- Temasek reduziert Investitionen in junge Start-ups und fokussiert auf reifere Unternehmen.
- Der Strategiewechsel folgt auf enttäuschende Renditen und mehrere Fehlinvestitionen.
Der singapurische Staatsfonds Temasek, mit einem Volumen von 300 Milliarden US-Dollar, zieht sich aus Investitionen in junge Start-ups zurück. Stattdessen konzentriert sich das Management auf reifere Unternehmen mit Börsenpotenzial, um auf enttäuschende Renditen und Marktverwerfungen zu reagieren.
Temaseks Engagement in Frühphasenunternehmen sank von 4,4 Milliarden Dollar im Jahr 2021 auf 509 Millionen Dollar im letzten Jahr. In den ersten Monaten 2024 wurden nur 70 Millionen Dollar zugesagt. Die Zahl der First-Round-Investments fiel von 82 auf 11.
Der Strategiewechsel wurde durch mehrere Totalausfälle ausgelöst, darunter der Verlust von 275 Millionen Dollar beim kollabierten Kryptoanbieter FTX. Auch die Beteiligung am indonesischen Agritech-Start-up eFishery verlor rapide an Wert.
Externe Faktoren wie die globale Zinswende erschweren das Umfeld für Start-ups. Günstiges Wachstumskapital wird knapper, Börsengänge seltener. Die Temasek-Führung sieht die veränderten Finanzierungsbedingungen als Risiko für Exits und erhöhten Renditedruck.
Im Geschäftsjahr bis März 2024 erzielte Temasek eine Rendite von nur 2 Prozent, weit hinter dem S&P 500 mit 28 Prozent. Die Frühphasenquote im Portfolio wird auf maximal 6 Prozent gedeckelt, die Hälfte davon in indirekten Fondsbeteiligungen.
Temasek warnt vor den Risiken der Start-up-Welt, bleibt aber bereit, in ausgewählte Wachstumsunternehmen zu investieren. Erfolgreiche Beteiligungen wie Alibaba zeigen, dass sich der Mut zur Frühphase auszahlen kann. Der neue Kurs: Qualität vor Quantität, Risikobegrenzung vor Renditefantasie.