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PSD-Banken in der Krise: Abhängigkeit vom Immobilienmarkt wird zum Risiko

Quelle: eulerpool

Kaum eine deutsche Bankengruppe ist so stark vom Immobilienmarkt abhängig wie die PSD-Banken – ein Geschäftsmodell, das sich in der aktuellen Lage zunehmend als Risiko entpuppt. Zwei Institute wurden bereits von der Finanzaufsicht Bafin gerügt, mehrere kämpfen mit operativen Verlusten, und gleich mehrere Häuser suchen Rettung in Fusionen. Die Frage steht im Raum: Hat dieses Bankenmodell noch eine Zukunft?

Die PSD-Banken entstanden ursprünglich als Spar- und Darlehenskassen für Postbeamte. Nach der Privatisierung der Bundespost wurden sie zu Genossenschaftsbanken – spezialisiert auf private Baufinanzierungen. Genau diese Spezialisierung wird ihnen nun zum Verhängnis.

Denn während viele Banken seit 2023 dank höherer Zinsen Rekordgewinne einfahren, rutschen die PSD-Banken immer tiefer in die Krise. Die Zinswende ließ das Baufinanzierungsgeschäft einbrechen, das sich bis heute nicht vollständig erholt hat. Eine Analyse aller elf Geschäftsberichte zeigt: Drei Institute schrieben 2024 im operativen Geschäft rote Zahlen, die übrigen arbeiten klar unter Branchenniveau.

Besonders dramatisch ist die Lage bei der PSD Bank Koblenz und der PSD Bank München. Beide wurden von der Bafin verpflichtet, zusätzliches Eigenkapital vorzuhalten – ein ungewöhnlich scharfes Signal. Die Aufsicht begründet dies damit, dass die Institute „ihr bisheriges Geschäftsmodell in einem geänderten Zinsumfeld nachhaltig verändern müssen“.

Bemerkenswert ist: Die Kapitalquoten selbst sind nicht das Problem. Die Schwäche liegt im Kern des Geschäfts: zu wenig Ertrag, zu hohe Kosten, zu große Abhängigkeit vom Immobilienmarkt.

In mehreren Fällen konnten die Banken nur dank Einmalgewinnen oder Bewertungserträgen noch positive Jahresergebnisse ausweisen. Operativ wirken die Jahresberichte ernüchternd:

Vergleicht man die Kennzahlen mit klassischen Volks- und Raiffeisenbanken, wird das Ausmaß sichtbar. Deren Betriebsergebnis vor Bewertung lag 2024 bei durchschnittlich 0,95 Prozent der Bilanzsumme. PSD-Banken bewegen sich weit darunter – die PSD-Bank West etwa bei 0,32 Prozent.

Fachleute nennen drei Hauptursachen:

Der Markt für Wohnungsbaukredite brach 2022 massiv ein und erholt sich nur schleppend. Zwar zeigt 2025 eine leichte Belebung, doch das frühere Niveau ist weit entfernt. Einige PSD-Banken verpassen zudem ihre eigenen Absatzpläne deutlich. Die PSD-Bank Nord etwa erreichte 2024 nur rund 80 Prozent ihres anvisierten Neugeschäftsvolumens.

Die PSD-Banken sitzen in einer Zwickmühle: Sie müssen mit Onlinebanken konkurrieren, verfügen aber nicht über deren Markenimage und digitale Skalierbarkeit. Während Direktbanken Millionen Kunden gewinnen, bleiben die PSD-Banken bei überschaubaren Einlagenbeständen hängen – und zahlen für diese deutlich höhere Zinsen.

Dass der Druck groß ist, zeigt der Fusionskurs innerhalb der Gruppe:

Andere Institute versuchen, ihr Produktportfolio auszubauen, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Doch viele Experten zweifeln daran, dass alle PSD-Banken eine eigenständige Zukunft haben.