Novo Nordisk: Unerwarteter Rückgang trotz GLP-1-Booms – Herausforderungen und Chancen
- Novo Nordisk prognostiziert für 2026 einen Umsatz- und Gewinnrückgang von fünf bis dreizehn Prozent.
- Der Pharmariese steht vor regulatorischen, marktseitigen und operativen Herausforderungen, während die Konkurrenz aufholt.
Der dänische Pharmariese Novo Nordisk prognostiziert für 2026 einen Umsatz- und Gewinnrückgang von fünf bis dreizehn Prozent. Diese Ankündigung überraschte selbst pessimistische Marktbeobachter und führte zu einem zeitweiligen Kursverlust der Aktie von rund 18 Prozent.
CEO Mike Doustdar nennt „nie dagewesenen Preisdruck“ als Hauptgrund. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump fordert deutliche Preissenkungen bei Medikamenten, was die Margen von Novo Nordisk belastet.
Preisanpassungen für die Medikamente Wegovy und Ozempic waren absehbar, doch das Ausmaß der finanziellen Belastung überrascht. Das Management unterschätzte die Geschwindigkeit der regulatorischen Eingriffe.
Ein weiterer Faktor ist die anfängliche Unterschätzung der Nachfrage im GLP-1-Markt. Produktionsengpässe ermöglichten es dem US-Konkurrenten Eli Lilly, Marktanteile zu gewinnen.
In Zeiten knapper Verfügbarkeit mischten US-Apotheken die Wirkstoffe selbst an, was den Wettbewerbsdruck erhöhte. Diese Praxis ist nun untersagt, doch der Druck bleibt bestehen.
In wichtigen Märkten wie Brasilien, China und der Türkei laufen Patente aus, was zusätzlichen Preisdruck und sinkende Margen bedeutet.
Ein Lichtblick ist die Einführung einer Pille gegen Übergewicht in den USA. 170.000 Patienten nutzten das Medikament bereits in den ersten Wochen.
Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Eli Lilly erwartet im zweiten Quartal die Zulassung eines eigenen Präparats.
Die Zahlen für 2025 waren noch solide, mit einem Umsatzanstieg von sechs Prozent auf 41,4 Milliarden Euro. Doch der Blick nach vorn hat sich eingetrübt.
Für Investoren ist der Vertrauensbruch entscheidend. Nach Jahren des Wachstums wirkt die Prognose wie ein strategisches Eingeständnis.
Es wird dauern, bis Novo Nordisk das Vertrauen zurückgewinnt. Der Konzern muss regulatorische und marktseitige Herausforderungen meistern und operative Schwächen korrigieren.
Die Phase ungebremsten Wachstums ist vorbei. Nun beginnt die Phase der Bewährung.