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Nordex-Aktie stabil trotz Großaktionärs-Verkauf: Markt zeigt Gelassenheit

  • Susanne Klatten verkauft restliche Nordex-Aktien, Markt bleibt stabil.
  • Analysten sehen keine fundamentalen Probleme, sondern Kaufgelegenheit.

Ein Großaktionär verkauft, die Aktie rutscht – und erholt sich schneller als erwartet. Susanne Klatten trennt sich über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion von ihrem restlichen Aktienpaket bei Nordex. Der Markt reagiert erstaunlich gelassen.

Am Donnerstagabend platzierte SKion rund sieben Millionen Nordex-Aktien. Der Platzierungspreis lag bei 32,15 Euro, etwa fünf Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Das Transaktionsvolumen betrug etwa 225 Millionen Euro, knapp drei Prozent der Marktkapitalisierung.

Zum Handelsstart geriet die Aktie unter Druck, konnte die Verluste jedoch rasch eindämmen. Eine Stunde nach Börsenöffnung lag das Minus nur noch bei etwa einem Prozent. Für einen Verkauf dieser Größenordnung ist das ein Zeichen bemerkenswerter Stabilität.

Der Markt scheint den Schritt bereits antizipiert oder schnell verarbeitet zu haben. Entscheidend: Es kam nicht zu Anschlussverkäufen in größerem Stil. Analysten sehen keine fundamentalen Probleme, sondern eine technische Reaktion auf die Platzierung.

Constantin Hesse von Jefferies sieht eine attraktive Kaufgelegenheit. Die operative Entwicklung von Nordex sei intakt, die Auftragslage stark und der für 2026 erwartete Cashflow solide. Der Kursrücksetzer ist weniger Ausdruck eines fundamentalen Problems.

Der Ausstieg von SKion hat auch eine historische Dimension. Klatten war 2008 bei Nordex eingestiegen, hatte jedoch 2015 einen Großteil ihrer Beteiligung an Acciona verkauft. Mit der jetzigen Platzierung ist SKion nun vollständig aus dem Unternehmen ausgestiegen.

Für den Kapitalmarkt kann das positiv sein: Ein bekannter potenzieller Verkäufer ist verschwunden. Der Aktienüberhang, der latent auf dem Kurs lastete, ist bereinigt. Fundamental bleibt das Bild konstruktiv.

Nordex verfügt über gut gefüllte Auftragsbücher, profitiert von der steigenden Nachfrage nach Onshore-Windenergie in Europa und hat Fortschritte bei der Marge gemacht. Dass Klatten die starke Kursentwicklung zum Ausstieg nutzt, überrascht kaum.

Der Verkauf eines Großaktionärs ist selten ein Kurstreiber. In diesem Fall spricht vieles dafür, dass der Markt den Schritt als einmaliges Ereignis einpreist – und nicht als Vorboten operativer Schwäche.

Kurzfristig kann der Platzierungspreis als Referenzniveau wirken. Mittel- bis langfristig dürfte entscheidend sein, ob Nordex seine Margenverbesserung und den erwarteten Cashflow liefert. Der Abgang von SKion nimmt dem Kurs einen strukturellen Bremsklotz.

Quelle: Eulerpool Research Systems