Sicherheit von Bankschließfächern in Frage gestellt: Einbruch in Wilhelmshaven sorgt für Verunsicherung
- Einbruch in Wilhelmshaven: Täter öffnen zahlreiche Schließfächer in Sparkassenfiliale.
- Sicherheitskonzepte von Bankschließfächern werden durch wiederholte Einbrüche in Frage gestellt.
In Wilhelmshaven brachen Täter am Vormittag in eine Sparkassenfiliale ein und öffneten gewaltsam zahlreiche Schließfächer. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf Banktresore ein und stellt die Sicherheit dieser Einrichtungen in Frage.
Mindestens zwei Täter verschafften sich Zugang zum Tresorraum der Sparkasse in der Preußenstraße. Wie sie in den gesicherten Bereich gelangten, ist unklar. Der Zugang erfolgt normalerweise über eine spezielle Kundenkarte und einen persönlichen Code.
Die Einbrecher hatten nur ein kurzes Zeitfenster. Innerhalb weniger Minuten öffneten sie mit Werkzeug eine zweistellige Zahl von Schließfächern. Ein interner Alarm wurde ausgelöst, doch die Täter entkamen zu Fuß, bevor die Polizei eintraf.
Die Zahl der geöffneten Schließfächer liegt im unteren zweistelligen Bereich. Ob Wertgegenstände entwendet wurden, ist noch unklar. Auch unvermietete, möglicherweise leere Fächer waren im Tresorraum vorhanden.
Die Sparkasse wird alle betroffenen Kunden kontaktieren, um den Inhalt der Schließfächer zu klären. Die Polizei kann aus Datenschutzgründen keine Auskunft über die betroffenen Personen geben.
Die Ermittler schließen die Beteiligung eines dritten Täters nicht aus. Personenbeschreibungen von drei Männern wurden veröffentlicht. Zeugen werden um Hinweise gebeten.
Der Einbruch in Wilhelmshaven folgt auf einen ähnlichen Fall in Gelsenkirchen, bei dem Täter über eine Tiefgarage in eine Sparkassenfiliale eindrangen. Der Schaden belief sich auf Millionen, und Kunden verloren Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich.
Diese Vorfälle zeigen, dass das klassische Schließfach nicht mehr als unangreifbar gilt. Professionelle Täter testen systematisch Schwachstellen in der Sicherung, Zugangskontrollen und Alarmtechnik.
Für Banken steht mehr auf dem Spiel als nur der materielle Schaden. Das Geschäftsmodell „Schließfach“ basiert auf Vertrauen. Kunden lagern dort wertvolle Gegenstände, die sie als sicherer als zu Hause betrachten.
Jeder erfolgreiche Einbruch untergräbt dieses Vertrauen. Die Branche muss sich fragen, ob die bisherigen Sicherheitskonzepte ausreichen oder ob ein höheres Schutzniveau erforderlich ist.