Der Mann, der 2008 den US-Immobiliencrash vorhergesagt hat, schlägt wieder zu. Michael Burry – legendär geworden durch „The Big Short“ – setzt eine beispiellose Wette gegen zwei der am stärksten gehypten KI-Aktien der Welt: Nvidia und Palantir. Seine Positionierung ist so extrem, dass sie 80 Prozent seines gesamten Portfolios ausmacht.
Burry setzt auf fallende Kurse – mit Milliardenhebel
Aus aktuellen Börsenunterlagen geht hervor, dass Burrys Hedgefonds Scion Asset Management im dritten Quartal Put-Optionen im Volumen von rund 1,1 Milliarden US-Dollar gehalten hat – verteilt auf:
Die Größenordnung ist außergewöhnlich. Die Optionen repräsentieren etwa eine Million Nvidia-Aktien und fünf Millionen Palantir-Aktien. Besonders Palantir sticht heraus: 66 Prozent des gesamten Portfolios sind allein gegen diesen Wert gerichtet.
Für einen professionellen Investor ist das eine riskante, aber klare Kampfansage.
Warum ausgerechnet diese zwei Aktien?
Beide Werte gehören zu den größten Gewinnern des KI-Booms:
Genau diese Rally sieht Burry kritisch. Kurz vor Veröffentlichung seiner Positionen schrieb er auf X:
„Manchmal erkennen wir Blasen. Manchmal kann man etwas dagegen tun.“
Mit seinen massiv aufgebauten Put-Optionen tut er genau das.
Ein Déjà-vu für die Wall Street
Der KI-Hype hat die großen US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 auf neue Rekorde getrieben. Analysten warnen seit Monaten vor Übertreibungen – hohe Bewertungen, explodierende Erwartungen, Euphorie in sozialen Medien. Burrys Short-Positionen geben der Blasendiskussion nun zusätzliche Schubkraft.
Die Botschaft ist eindeutig:
Wenn jeder denkt, eine Aktie könne nur noch steigen, wird sie gefährlich.
Burry ist nicht nur auf der Bärenseite unterwegs
Trotz Mega-Shorts ist Burrys Portfolio nicht ausschließlich defensiv aufgestellt. Parallel hält er bullische Call-Optionen auf:
Dazu kommen Aktienpositionen u. a. in Lululemon, Bruker, Molina Healthcare und SLM. Insgesamt umfasst sein Portfolio acht Positionen – ungewöhnlich konzentriert.
Es geht Burry nicht darum, den Markt generell zu shorten. Er wettert gegen jene Bereiche, die er für überhitzt hält.
Historie zeigt: Burry liegt nicht immer richtig
Burrys Ruf ist seit „The Big Short“ überragend. Doch auch er hat Fehleinschätzungen hinter sich: Mehrere seiner früheren Short-Wetten liefen ins Leere oder kehrte er zu früh um. Der Markt kennt Burrys Namen – aber er folgt ihm nicht blind.
Die Frage bleibt:
Hat er erneut die bessere Sicht auf die Realität – oder kämpft er diesmal gegen einen Trend, der noch lange nicht vorbei ist?




