Der katholische Sozialverband Kolping zieht eine klare politische Linie und erklärt die Mitgliedschaft in der AfD für unvereinbar mit seinen Grundwerten.
Auf seiner Bundesversammlung in Köln hat der Verband beschlossen, dass AfD-Mitglieder künftig nicht mehr Teil von Kolping sein dürfen. Die Delegierten stimmten für eine Satzungsänderung, die einen Ausschluss ermöglicht, wenn Mitglieder „in Wort und Tat zum Ausdruck bringen, dass sie an Überzeugungen festhalten, die nicht mit den Werten von Kolping vereinbar sind“. Dazu zählen ausdrücklich die Positionen der AfD.
Kolping beruft sich auf die Prinzipien der katholischen Soziallehre: Solidarität, Subsidiarität und die Achtung der Menschenwürde. Der Verband argumentiert, dass politische Haltungen, die diesen Grundwerten widersprechen, keinen Platz in der Organisation haben. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft Teile der AfD als rechtsextrem ein, was für Kolping ein weiterer Grund war, eine klare Trennlinie zu ziehen.
Innerhalb des Verbands gab es im Vorfeld auch kritische Stimmen. Einige Mitglieder warnten vor einer politischen Spaltung und davor, dass Kolping sich in parteipolitische Konflikte hineinziehen lassen könnte. Die Mehrheit entschied sich dennoch für die neue Linie.
Kolping hat in Deutschland rund 200.000 Mitglieder. Die Organisation betreibt Bildungs- und Sozialeinrichtungen, engagiert sich in der Jugendarbeit und ist Teil eines internationalen Netzwerks in über 60 Ländern.
Mit dem Beschluss setzt der Verband ein deutliches Signal: Wer politisch aktiv ist und Positionen vertritt, die den Grundwerten des Verbandes widersprechen, kann künftig kein Kolping-Mitglied mehr sein.



