Kobaltmarkt unter Druck: Exportstopp der DR Kongo zeigt wenig Wirkung
- Die DR Kongo verhängt einen Exportstopp für Kobalt, doch der Preisverfall hält an.
- Überproduktion und technologische Veränderungen belasten den Kobaltmarkt weiterhin.
Die Demokratische Republik Kongo hat einen dreimonatigen Exportstopp für Kobalt verhängt. Trotz dieser Maßnahme bleibt der Preisverfall des Rohstoffs aufgrund von Überproduktion und technologischen Veränderungen bestehen.
Kobalt, ein wichtiger Bestandteil von Batterien für Elektrofahrzeuge, Smartphones und Düsentriebwerke, erlebte 2022 einen Preishöchststand von 40 US-Dollar pro Pfund. Seitdem ist der Preis auf ein Viertel gesunken, vor allem durch einen massiven Anstieg der Produktion.
Chinas CMOC hat Glencore als weltgrößten Kobaltförderer abgelöst und setzt auf eine Niedrigkostenstrategie. 2023 produzierte das Unternehmen über 114.000 Tonnen Kobalt, weit über der Prognose. Die Lagerbestände wachsen weiter, was den Preisdruck erhöht.
Der Exportstopp der DR Kongo ist einer der wenigen Hebel zur Marktstabilisierung. Doch die Wirksamkeit ist fraglich, da die Grenzen durchlässig sind und das globale Angebot durch neue Minen in Kanada und Indonesien wächst.
Auf der Nachfrageseite setzen Automobilhersteller zunehmend auf kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Diese sind langlebiger und umweltfreundlicher, obwohl sie derzeit weniger Energiedichte bieten. Die Technologie wird stetig verbessert, wie der Einsatz in Londoner Elektrobussen zeigt.
Für die DR Kongo bleibt das strukturelle Problem bestehen. Historisch haben Rohstoffförderer meist die Oberhand, während die Länder mit den Bodenschätzen selten profitieren.