LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

Kimberly-Clark übernimmt Kenvue: Teurer Deal sorgt für Kursrutsch

Quelle: eulerpool

Der Windel-, Taschentuch- und Hygiene-Gigant Kimberly-Clark kauft den angeschlagenen Konsumgüterkonzern Kenvue – und löst damit einen Kursrutsch aus. Die Aktie verliert zeitweise mehr als zwölf Prozent. Grund: Der Kauf ist teuer, hochkomplex und kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Kimberly-Clark übernimmt Kenvue, den Hersteller von Tylenol, Neutrogena und Listerine, für insgesamt 48,7 Milliarden Dollar, inklusive Schulden. Ein Teil der Zahlung erfolgt in Kimberly-Clark-Aktien, was die Verwässerung erhöht – ein Detail, das Investoren nicht begeistert.

Die Bewertung gilt als ambitioniert. Noch problematischer: Kenvue steht mitten in einer öffentlichen Debatte um das Schmerzmittel Tylenol. US-Präsident Donald Trump behauptete im Herbst öffentlich, das Medikament könne Autismus bei Ungeborenen auslösen. Kenvue weist die Vorwürfe zurück, Fachleute sehen keinen wissenschaftlichen Beleg. Trotzdem laufen erste Klagen, unter anderem im Bundesstaat Texas.

Die Folge: Kenvue verlor innerhalb weniger Wochen rund 20 Prozent an Börsenwert – und wird nun just in diesem Moment übernommen.

Kimberly-Clark sieht dennoch erhebliche Synergieeffekte. Der Konzern erwartet:

Doch zunächst muss investiert werden. Für die Integration rechnet das Management in den ersten zwei Jahren mit Umbaukosten von rund 2,5 Milliarden Dollar.

Nach dem Zusammenschluss sollen die bisherigen Kimberly-Clark-Aktionäre 54 Prozent des neuen Konzerns halten, die Kenvue-Eigentümer 46 Prozent.

Die Märkte nahmen die Nachricht eindeutig auf:

AktieKursreaktion nach AnkündigungKenvue+16 % (Erleichterungsrallye)Kimberly-Clark–12 % (Skepsis wegen Preis & Risiko)