Google einigt sich auf Milliardenvergleich wegen Datenschutzverstößen – Mexiko reagiert empört auf Google-Maps-Kartennamen.
1,375 Milliarden US-Dollar – so viel zahlt Google, um in Texas eine Klage wegen systematischer Datenschutzverstöße beizulegen. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe heimlich biometrische Daten wie Stimmen, Gesichter sowie Suchverläufe von Nutzern gesammelt, ohne deren Einwilligung. Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton sprach von einem „Sieg für die Privatsphäre“, auch wenn Google kein Fehlverhalten einräumt.
Paxton hatte Google vorgeworfen, über Jahre hinweg sensible Informationen mithilfe von Produkten wie Google Assistant und Google Photos gespeichert und ausgewertet zu haben. Die Einigung vermeidet ein aufwendiges Gerichtsverfahren und setzt ein Signal an andere Bundesstaaten, die ähnliche Verfahren prüfen.
Zeitgleich gerät Google international unter Druck – dieses Mal aus geopolitischen Gründen. Die mexikanische Regierung klagt gegen das Unternehmen wegen einer vermeintlich eigenmächtigen Umbenennung des „Golf von Mexiko“ in „Golf von Amerika“ auf Google Maps. Präsidentin Claudia Sheinbaum wirft Google vor, damit über die Anordnung von Ex-US-Präsident Donald Trump hinausgegangen zu sein. Dieser hatte 2017 lediglich verfügt, dass die Bezeichnung „Golf von Amerika“ für das US-Küstenmeer gelte – nicht jedoch für internationale oder mexikanische Gewässer.
Unklar ist derzeit, vor welchem Gericht die mexikanische Klage anhängig gemacht wurde. Google selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen. In Mexiko sorgt der Fall für politische Irritation – auch vor dem Hintergrund angespannten Verhältnisses zu den USA in Fragen der Souveränität und digitalen Kartografie.



