Goldman Sachs Reduziert Risikoengagement: Handelskonflikte und Defizitsorgen im Fokus
- Goldman Sachs reduziert Risikoengagement wegen Handelskonflikten und Defizitsorgen.
- Waldron warnt vor langfristigen Risiken durch ausufernde US-Staatsdefizite.
Goldman Sachs hat seine Risikobereitschaft angesichts wachsender Marktturbulenzen deutlich gesenkt. Präsident John Waldron erklärte, dass die Bank nach Trumps Zollvorstoß ihre Marktpositionierung vorsichtiger gestaltet habe, um die Liquidität zu stärken und die Bilanz robuster aufzustellen.
Besonders im Kapitalmarktgeschäft und Client Trading Facilitation zeigt sich die Zurückhaltung. Waldron betonte, dass man nicht offensiv Chancen suche, sondern „zweibeinig agiere“. Die Bank rechnet mit einer „Slowflation“ – niedriges Wachstum bei stabiler Inflation – und sieht darin weniger Schaden als in der 1970er-Stagflation.
Waldron warnte vor den langfristigen Risiken der US-Staatsdefizite, die durch geplante Steuersenkungen um 2,4 Billionen Dollar steigen könnten. Diese Defizite könnten die Attraktivität von US-Staatsanleihen untergraben und seien ein zentrales Thema für den Bondmarkt.
Im ersten Quartal 2025 profitierte Goldman Sachs noch von hoher Handelsaktivität, doch die Unsicherheit führte zu rückläufigen Beratungshonoraren. Leichte Erholungstendenzen sind erkennbar, etwa durch mehr Börsengänge, doch bleibt die Lage für Finanzinstitute herausfordernd.
Kunden überdenken ihre Allokationen in US-Assets und sichern Dollarpositionen ab. Diese Bewegung ist derzeit marginal, könnte sich jedoch verstärken, falls die Politik weiter für Verunsicherung sorgt, so Waldron.