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Gegensätzliche Goldstrategien: US-Investoren verkaufen, Asien kauft weiter

Quelle: eulerpool

Während US-Investoren Goldbestände abbauen, kaufen asiatische Anleger weiter – Ausdruck gegensätzlicher Konjunkturerwartungen weltweit.

Während amerikanische Privatanleger zunehmend Goldbarren und -münzen abstoßen, steigt die Nachfrage in Asien weiter – ein bezeichnender Unterschied in der wirtschaftlichen Wahrnehmung beider Regionen. In den USA überwiegt offenbar die Zuversicht, dass Konjunktur und Geopolitik unter Kontrolle bleiben. In Asien hingegen bleibt Gold strategisches Schutzinstrument gegen Währungsabwertung und Unsicherheit.

Im Mai sank der Absatz neu geprägter American Eagle-Goldmünzen um über 70 % im Vergleich zum Vorjahr – ein klares Signal dafür, dass viele US-Anleger ihre Positionen liquidieren. Händler wie Money Metals Exchange verlangen mittlerweile sogar eine Gebühr für den Ankauf – ein drastischer Wandel gegenüber 2021, als Verkäufer noch Aufschläge von teils über 120 US-Dollar pro Unze erzielten. Heute liegt der Aufschlag für Käufer bei gerade einmal 20 US-Dollar – der niedrigste Stand seit sechs Jahren.

Laut Daten von Metals Focus verzeichneten Nordamerika und Westeuropa bereits das dritte Jahr in Folge sinkende Nachfrage nach physischem Gold, während der Absatz im Rest der Welt zunimmt. Der Trend hat sich im ersten Quartal 2025 fortgesetzt, getragen von einer Verkaufswelle in den USA und parallel steigenden Käufen im asiatisch-pazifischen Raum.

In China stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen laut World Gold Council um 12 % gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher fiel das Wachstum in Südkorea, Singapur, Malaysia und Indonesien aus – jeweils über 30 %. Dort erkennen immer mehr Anleger Gold als strategische Absicherung an, insbesondere mangels attraktiver Alternativen und angesichts der regionalen Krisenerfahrungen.

Die Preisentwicklung stützt kurzfristig beide Seiten: Seit Anfang 2024 ist der Goldpreis um 59 % gestiegen, auf zuletzt 3.274,33 US-Dollar pro Unze. Während einige US-Investoren nun Gewinne realisieren, gehen Banken wie Goldman Sachs weiterhin von weiterem Aufwärtspotenzial aus – mit Kurszielen bis zu 4.000 US-Dollar je Unze im kommenden Jahr.

Dahinter steht auch ein politisch-psychologischer Effekt: „Viele US-Klein­anleger, die tendenziell republiknah sind, sehen in Trumps Wirtschaftskurs keine Bedrohung“, sagt Philip Newman von Metals Focus. „Sie empfinden weniger Absicherungsbedarf.“

Ganz anders in Asien: Hier überwiegt die Sorge vor erneuten Handelskonflikten, schwächeren Landeswährungen und geopolitischen Verwerfungen. Händler berichten von robuster Nachfrage und einer stark verankerten Wahrnehmung von Gold als „Versicherung“ in Krisenzeiten.