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FCAS-Entscheidung erneut vertagt: Politische und industrielle Unsicherheiten belasten europäisches Rüstungsprojekt

  • Die FCAS-Entscheidung wurde erneut vertagt, was Unsicherheit für Industriepartner und Anleger schafft.
  • Unterschiedliche Vorstellungen über die industrielle Aufteilung sind Hauptgrund für den Stillstand.

Die Entscheidung über das Future Combat Air System (FCAS) wurde erneut verschoben. Deutschland und Frankreich haben den Zeitplan ohne neues Datum kassiert. Dies führt zu Unsicherheit für Industriepartner wie HENSOLDT und birgt strategisches Potenzial sowie politisches Risiko für Anleger.

Ursprünglich sollte bis Jahresende Klarheit über den Fortgang des FCAS herrschen. Doch die Entscheidung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Bundesregierung nennt die umfassende deutsch-französische Agenda als Grund für die Verzögerung.

Das FCAS ist das ambitionierteste europäische Rüstungsprojekt. Geplant ist ein vernetztes Luftkampfsystem aus bemanntem Jet, unbemannten Drohnen und einer digitalen Gefechtsplattform. Ab 2040 soll es den Eurofighter und die Rafale ablösen.

Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Die Erwartungen an das Projekt sind hoch, und jede Verzögerung ist problematisch. Kern des Konflikts sind unterschiedliche Vorstellungen über die industrielle Aufteilung.

Der französische Hersteller Dassault beansprucht eine führende Rolle, während Deutschland auf eine gleichberechtigte Beteiligung der Partnerunternehmen Dassault, Airbus Deutschland und Indra aus Spanien pocht. Diese Differenzen gelten als Hauptgrund für den Stillstand.

In Fachkreisen wird über ein alternatives Szenario diskutiert, bei dem Frankreich und Deutschland eigene Kampfflugzeuge entwickeln und nur bei der Combat Cloud kooperieren. Dies würde das Projekt verteuern und neue Exportprobleme schaffen.

HENSOLDT spielt eine wichtige Rolle in den Überlegungen. Der Konzern ist auf Sensorik und Radarsysteme spezialisiert, die für ein vernetztes Luftkampfsystem essenziell sind. Voraussetzung ist, dass FCAS in koordinierter europäischer Form weiterverfolgt wird.

Spekulationen über ein mögliches Umschwenken Deutschlands auf das Global Combat Air Programme (GCAP) mehren sich. Ein solcher Schritt wäre ein politischer Bruch mit Frankreich und hätte weitreichende Folgen für die europäische Rüstungskooperation.

Ein endgültiges Scheitern von FCAS würde die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Paris belasten. Die erneute Vertagung zeigt, wie tief die politischen und industriellen Gräben sind. Für Unternehmen wie HENSOLDT bleibt das Projekt strategisch attraktiv, aber mit Unsicherheit behaftet.

Quelle: Eulerpool Research Systems