Europäische Fintech-Szene erlebt Kapitalrückkehr: Revolut führt mit Milliarden-Deal
- Investoren kehren 2025 in die europäische Fintech-Szene zurück, mit Revolut an der Spitze.
- Der Kapitalzufluss zeigt eine Trendwende, mit Fokus auf Qualität und Skalierbarkeit.
Nach einer langen Durststrecke kehrt das Kapital in die europäische Fintech-Szene zurück. Investoren haben 2025 deutlich mehr Geld in Finanz-Start-ups investiert als im Vorjahr. Ein exklusiver Bericht zeigt, welches Segment besonders stark wächst und warum die Zahlen für 2026 richtungsweisend sein könnten.
Der größte Fintech-Deal Europas 2025 war zugleich der größte Tech-Deal des Kontinents. Die Neobank Revolut sammelte im Herbst rund 2,5 Milliarden Euro ein. Die Runde wurde von Firmengründer Nikolay Storonsky angeführt, begleitet von prominenten internationalen Investoren.
Mit der Finanzierungsrunde stieg die Bewertung von Revolut auf rund 75 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen zählt damit zu den wertvollsten Fintechs weltweit. Die Signalwirkung war deutlich: Große Geldgeber sind wieder bereit, hohe Summen in Finanztechnologie zu investieren.
Revolut war kein Einzelfall. Auch andere europäische Fintechs erlebten 2025 größere Finanzierungsrunden. Insgesamt deutet vieles auf eine allmähliche Rückkehr des Vertrauens hin, jedoch ohne die Euphorie der Boomjahre.
Die Zahl der Deals ging zurück. Während 2024 noch 564 Finanzierungsrunden gezählt wurden, waren es 2025 nur noch 391. Gleichzeitig stieg das insgesamt investierte Kapital deutlich an. Rund 8,3 Milliarden Euro flossen in europäische Fintechs.
Der Kapitalzufluss entspricht einem Plus von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar bleibt das Niveau unter den Rekordjahren 2021 und 2022, doch nach Abwertungen und Insolvenzen werten Branchenbeobachter die Entwicklung als Trendwende.
Investoren setzen weniger auf breite Streuung, sondern stärker auf ausgewählte, größere Finanzierungsrunden bei etablierten oder wachstumsstarken Unternehmen. Der Markt sortiert sich und trennt stärker zwischen Hoffnungsträgern und Wackelkandidaten.
Für 2026 deuten die Daten auf ein stabiles, aber selektives Investitionsumfeld hin. Eine Rückkehr zu extremen Bewertungsniveaus ist nicht in Sicht. Der Kapitalzufluss zeigt, dass Fintechs für Investoren wieder strategisch relevant sind, insbesondere in Zahlungsverkehr, Neobanking und Infrastruktur.
Nach schwierigen Jahren scheint die europäische Fintech-Szene wieder Tritt gefasst zu haben. Nicht mit dem Tempo und der Breite des Booms, aber mit neuem Fokus auf Qualität, Skalierbarkeit und Substanz.