Europa steht vor steigenden Gaskosten: Herausforderungen und Risiken bis 2025
- Europa muss 2025 rund 10 Milliarden Euro mehr für Gas ausgeben.
- Steigende Kosten durch kalten Winter und niedrige Windkraftproduktion.
Die Europäische Union muss 2025 rund 10 Milliarden Euro mehr für die Gasbeschaffung aufwenden. Allianz Trade schätzt, dass 26 Milliarden Euro nötig sind, um die Gasspeicher bis November auf 90 Prozent zu füllen. Im Vorjahr waren es 16 Milliarden Euro.
Der kalte Winter und niedrige Windkraftproduktion haben den Gasverbrauch erhöht. Analyst Ano Kuhanathan von Allianz betont, dass Europa den ersten echten Winter seit 2022 erlebt hat, was die Kostensteigerung erklärt.
Obwohl die Gaspreise derzeit unter dem Vorjahresniveau liegen, prognostiziert Morgan Stanley einen Anstieg um zehn Prozent im Sommer. Die LNG-Importe müssen um 45 Prozent steigen, um 80 Prozent Speicherkapazität zu erreichen.
Die EU diskutiert über die Verlängerung des 90-Prozent-Ziels bis 2027, stößt jedoch auf Widerstand aus Deutschland. Eine Reduktion der Vorgabe um bis zu sieben Prozent wird geprüft, greift aber nicht rechtzeitig zur diesjährigen Füllperiode.
China hat seine LNG-Käufe reduziert, könnte aber bei wirtschaftlicher Erholung die Nachfrage steigern. Europa muss höhere Preise bieten, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, so Equinor-Manager Peder Bjorland.
Die EU-Staaten stehen vor der Herausforderung, Versorgungsengpässe im Winter zu vermeiden und Preisanstiege im Sommer zu verhindern. Eurogas fordert klare Kommunikation der Politik, um Marktverwerfungen zu vermeiden.