Der Einbruch in den Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen hat viele Kunden verunsichert. Tausende Schließfächer wurden aufgebrochen, der Schaden dürfte deutlich über der zunächst genannten Summe liegen. Der Fall zeigt nüchtern: Ein Bankschließfach ist sicher – aber nicht automatisch umfassend versichert.
Schließfächer zählen zu den sichersten Aufbewahrungsorten für Wertgegenstände. Raubüberfälle sind selten und in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Laut Bundeskriminalamt wurden 2024 bundesweit 36 Raubüberfälle auf Banken registriert (2014: 193). Absolute Sicherheit gibt es jedoch nicht – der Fall Gelsenkirchen und der Einbruch in eine Lübecker Filiale zeigen die Restrisiken.
Die Miete hängt von Größe und Standort ab. Kleine Fächer beginnen oft unter 100 Euro pro Jahr; große Boxen können 500 Euro und mehr kosten. Beispielhaft: Bei der Hamburger Sparkasse (Haspa) kostet ein kleines Fach rund 69 Euro jährlich und bietet bereits Platz für erhebliche Werte.
Hier liegt der Knackpunkt. In der Miete ist meist nur eine begrenzte Grundversicherung enthalten:
Wer höhere Werte lagert, muss eine Zusatzversicherung abschließen. Alternativ kann der Schließfachinhalt über eine Hausratversicherung mitversichert sein – das variiert je nach Tarif.
Selbst mit Versicherung gilt: Erstattung gibt es nur bei Nachweis. Versicherer verlangen:
Fehlen diese Unterlagen oder sind sie veraltet, kann die Leistung gekürzt oder verweigert werden.
Praktische Checkliste:
Versicherungssumme prüfen (Grunddeckung vs. tatsächlicher Wert).
Zusatzpolice oder Hausratdeckung klären.
Inventarliste führen und regelmäßig aktualisieren.
Belege und Fotos außerhalb des Schließfachs aufbewahren.
Ein Schließfach schützt vor vielen Risiken – aber nicht vor Unterversicherung. Wer dort erhebliche Vermögenswerte lagert, sollte den Versicherungsschutz aktiv anpassen und den Inhalt sauber dokumentieren. Nur dann besteht im Ernstfall eine realistische Chance auf vollständige Erstattung.




