Nach zwei Jahren Schrumpfung meldet das Statistische Bundesamt für 2025 ein leichtes Plus. Konsum und Staat tragen die Erholung, Exporte bleiben Schwachstelle – und der echte Aufschwung lässt noch auf sich warten.
Vor allem der private Verbrauch profitierte von sinkender Inflation und stabilen Arbeitsmärkten. Hinzu kamen staatliche Ausgaben, etwa für Infrastruktur und Verteidigung. Diese wirkten wie ein Konjunkturpuffer, konnten die Investitionsschwäche der Unternehmen aber nicht vollständig ausgleichen.
In Ausrüstungen und Bauten wurde 2025 erneut weniger investiert – ein Zeichen dafür, dass viele Firmen trotz leichter Erholung weiter zögern.
Die Exportwirtschaft entwickelte sich weiterhin schwach. Die Ausfuhren sanken 2025 um 0,3 Prozent – das dritte Minusjahr in Folge. Belastend wirkten laut Destatis höhere US-Zölle, der starke Euro und die wachsende Konkurrenz aus China.
Gerade für die stark exportabhängige deutsche Industrie bleibt das ein zentrales Risiko für die kommenden Jahre.
Für 2026 erwarten viele Ökonomen ein Wachstum von rund einem Prozent, begünstigt durch mehr Arbeitstage und steigende staatliche Investitionen. Ein kräftiger Aufschwung wird jedoch meist erst ab 2027 prognostiziert, wenn Infrastruktur- und Rüstungsprogramme voll wirksam werden.
IMK-Chef Sebastian Dullien spricht von einem langsamen Herausarbeiten aus der Stagnation, während andere Ökonomen warnen: Ohne strukturelle Reformen könne der aktuelle Aufschwung ein „Strohfeuer“ bleiben.




