Nach dem Sprung über die Marke von 25.500 Punkten gönnt sich der DAX eine Verschnaufpause. Der deutsche Leitindex pendelt am Donnerstag knapp unter 25.300 Zählern und sucht nach neuen Impulsen – zwischen beginnender Berichtssaison, fallenden Ölpreisen und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten.
Erst zu Wochenbeginn hatte der DAX mit 25.507 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht und erstmals die Schwelle von 25.500 Zählern überwunden. Auch auf Schlusskursbasis wurde mit 25.420 Punkten ein Rekord markiert. Am Donnerstag zeigt sich der Markt nun richtungslos: Zum Handelsstart gab der Index leicht nach und bewegt sich seither nahe der Nulllinie. Technisch betrachtet ist die aktuelle Bewegung als Konsolidierung nach einem starken Anstieg zu werten.
Auch in den USA kam es nach den jüngsten Rekorden zu Gewinnmitnahmen. Der S&P 500 rutschte zwar kurzzeitig ab, konnte sich aber oberhalb seiner kurzfristig wichtigen 21-Tage-Linie stabilisieren. Damit bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt, auch wenn die Dynamik im Technologiesektor zuletzt nachgelassen hat.
Für etwas Entspannung sorgt der deutliche Rückgang der Ölpreise. Aussagen von US-Präsident Donald Trump nähren die Hoffnung, dass ein militärischer Schlag gegen den Iran kurzfristig nicht bevorsteht. Trump erklärte, ihm sei signalisiert worden, dass die Gewalt gegen Demonstranten im Iran nachlasse – ein Hinweis darauf, dass Washington vorerst von einer Eskalation absehen könnte.
Gleichzeitig bleibt die Lage um Grönland ein geopolitischer Unsicherheitsfaktor. Nach Gesprächen in Washington konnten Dänemark und Grönland den US-Präsidenten nicht davon abbringen, an seinen sicherheitspolitisch begründeten Ansprüchen auf die Insel festzuhalten. Auch wenn der dänische Außenminister von einem konstruktiven Dialog sprach, bleibt die „fundamentale Meinungsverschiedenheit“ bestehen.
Neben der Politik richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf die Berichtssaison. Am Donnerstag legen mit BlackRock, Goldman Sachs und Morgan Stanley weitere Schwergewichte des US-Finanzsektors ihre Zahlen vor. Zudem stehen die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia (Philly Fed) auf der Agenda.
Diese Daten dürften darüber entscheiden, ob der DAX seine Konsolidierung bald beendet – und ob nach der Rekordrally der Weg für die nächste Aufwärtswelle frei wird oder zunächst eine längere Seitwärtsphase ansteht.




