Kriminelle missbrauchen auf Instagram und Facebook systematisch das Image prominenter Unternehmer, um Anleger in betrügerische Investmentfallen zu locken. Eine exklusive Auswertung zeigt: Allein in den vergangenen drei Monaten tauchte der Name von Frank Thelen fast tausendmal in Fake-Werbeanzeigen auf – und der Plattformbetreiber Meta reagiert nur schleppend.
In den Anzeigen wird Frank Thelen scheinbar als Werbefigur für lukrative Börsen- oder KI-Investments eingesetzt. Slogans wie „Nvidia verpasst? Kein Problem – das Hauptgericht kommt erst noch!“ sollen Seriosität und Exklusivität suggerieren. Tatsächlich haben die beworbenen Angebote mit dem bekannten Start-up-Investor nichts zu tun. Bilder und Namen werden ohne Zustimmung genutzt, um Vertrauen zu erzeugen und potenzielle Opfer in Chatgruppen, Telegram-Kanäle oder gefälschte Handelsplattformen zu lenken.
Hinter den Anzeigen stehen international agierende Betrugsnetzwerke. Nach dem Erstkontakt werden Interessenten Schritt für Schritt in angebliche Investmentprogramme geführt, häufig mit angeblich KI-gestützten Trading-Systemen oder exklusiven Vorabtipps. Die Einzahlungen erfolgen meist über Kryptowährungen – und sind nach der Überweisung praktisch nicht mehr zurückzuholen. Die erbeuteten Summen verschwinden über internationale Wallet-Strukturen und Kryptobörsen.
Die Analyse zeigt nicht nur die hohe Zahl der Fake-Anzeigen, sondern auch, dass sie teilweise über Tage oder Wochen geschaltet bleiben. Jede einzelne Anzeige generiert Werbeeinnahmen für Meta. Experten sprechen von einem strukturellen Problem: Betrüger nutzen die automatisierten Werbesysteme gezielt aus, während die Prüfung und Löschung gemeldeter Inhalte oft verzögert erfolgt.
Obwohl Nutzer und Betroffene die Anzeigen regelmäßig melden, bleiben viele Kampagnen zunächst online oder tauchen in leicht veränderter Form erneut auf. Die Kriminellen wechseln Bilder, Textbausteine und Zielseiten, um Filtersysteme zu umgehen. Für die Plattformbetreiber entsteht ein Katz-und-Maus-Spiel – mit hohen Gewinnen für die Täter und einem wachsenden Reputationsrisiko für die sozialen Netzwerke.
Der Fall Frank Thelen steht exemplarisch für eine ganze Welle von Promi-Scams, bei denen auch andere Unternehmer, Politiker und TV-Gesichter missbraucht werden. Verbraucherschützer fordern strengere Prüfmechanismen, schnellere Sperrungen und klare Haftungsregeln für Plattformen. Solange diese fehlen, bleibt das Geschäftsmodell der Betrüger hochprofitabel – und das Risiko für private Anleger enorm.




