Mit einem umfassenden Umbau, neuen Beratern und einer verschlankten IT will die Deutsche Bank im Vermögensgeschäft schneller wachsen als der Markt.
Die Deutsche Bank treibt den Ausbau ihres Wealth Managements voran. Bis 2028 plant der Konzern Investitionen von insgesamt 900 Millionen Euro in die Privatkundenbank. Davon sollen 300 Millionen Euro gezielt in das Wealth Management fließen, weitere 600 Millionen Euro in das Personal Banking. Ziel ist es, im stark wachsenden Markt für vermögende Privatkunden überdurchschnittlich zuzulegen.
Seit Oktober 2024 verantwortet Raffael Gasser das Wealth Management in Deutschland. Unter seiner Führung wurden Private Banking und Wealth Management organisatorisch zusammengeführt und Hierarchieebenen reduziert. Die Bank will sich damit von einer produkt- und infrastrukturgetriebenen Struktur lösen und Entscheidungsprozesse beschleunigen.
Parallel dazu investiert die Deutsche Bank in den Ausbau des Beraterteams. Gesucht werden vor allem erfahrene Kundenberater, auch von regionalen Sparkassen, die als wichtigste Wettbewerber gelten. Ergänzt wird der Personalaufbau durch neue digitale Beratungsangebote, etwa Video- und Hybridmodelle für zeitlich stark eingebundene Kunden.
Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Vereinfachung der IT-Landschaft. Die Zahl der Kernbankensysteme soll deutlich reduziert werden: Künftig ist jeweils ein zentrales System für das Wealth Management und eines für das Personal Banking vorgesehen. Die Bank verspricht sich davon geringere Komplexität, schnellere Produktanpassungen und eine effizientere Betreuung der Kunden.
Die neue Organisation orientiert sich an fünf definierten Kundentypen – vom digitalaffinen Berufstätigen bis hin zu unternehmerischen Großvermögen mit komplexen Family-Office-Strukturen. Produkte und Dienstleistungen, die bislang nur einzelnen Segmenten vorbehalten waren, sollen künftig breiter verfügbar sein.
Bis 2028 strebt die Deutsche Bank an, das Volumen der diskretionären Mandate weltweit zu verdoppeln. Zudem sollen die Netto-Neuanlagen jährlich um rund sechs Prozent im Verhältnis zum verwalteten Vermögen wachsen.
Besonderes Potenzial sieht die Bank im anstehenden Vermögenstransfer. In Deutschland werden jährlich mehr als 100 Milliarden Euro vererbt oder übertragen. Mit spezialisierten Einheiten wie dem Deutsche Oppenheim Family Office und einem neu geschaffenen Bereich für Wealth Planning will die Bank Kunden bei Nachfolge- und Strukturierungsfragen begleiten. Ein eigenes Next-Gen-Programm richtet sich an die nächste Generation vermögender Familien.
Trotz des Ausbaus digitaler Angebote setzt die Deutsche Bank weiterhin auf persönliche Nähe. An mehr als 300 Standorten in Deutschland soll jedem Wealth-Management-Kunden ein fester Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die enge Verzahnung mit Investmentbank, Unternehmensbank und dem Asset Manager DWS soll es ermöglichen, Vermögens-, Unternehmens- und Transaktionsfragen aus einer Hand zu betreuen.
Mit dem Investitionsprogramm positioniert sich die Deutsche Bank klar für den Wettbewerb im deutschen Wealth-Management-Markt – und setzt darauf, Strukturreformen und Technologieinvestitionen in nachhaltiges Wachstum zu übersetzen.




